Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2003

13:15 Uhr

Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft interessiert

Süddeutscher Verlag will „Frankenpost“ los werden

Der Süddeutsche Verlag will sich von der Regionalzeitung "Frankenpost" trennen. Derzeit gebe es Gespräche mit mehreren Interessenten, bestätigte ein Sprecher des Verlages am Dienstag in München.

HB/dpa MÜNCHEN. "Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen bald abgeschlossen werden." Zu den Interessenten gehöre auch der bisherige Minderheitsgesellschafter der Zeitung, die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg). Die ddvg ist eine Medienbeteiligungsgesellschaft der SPD und bereits in zahlreichen Verlagshäusern in Franken und anderen Regionen engagiert.

Der Süddeutsche Verlag (SV) ist Mehrheitsgesellschafter der Zeitungsgruppe Hof/Coburg/Suhl, die im Raum Nordbayern und Südthüringen neben der "Frankenpost" noch mehrere andere Regionalzeitungen herausgibt. Die ddvg hält 30 Prozent an der Zeitungsgruppe. Ein Verkauf der Mehrheit an der gesamten Zeitungsgruppe ist nach Angaben des Sprechers des Süddeutschen Verlages nicht geplant. Die "Frankenpost" hatte nach eigenen Angaben zuletzt eine verkaufte Auflage von mehr als 63 000 Stück.

Mit einem Verkauf der "Frankenpost" mit Sitz in Hof würde auch der "Vogtland-Anzeiger", der speziell auf die Interessen der Leser in Sachsen zugeschnitten ist, an die ddvg übergehen. Der "Vogtland- Anzeiger" soll nach Angaben des Süddeutschen Verlages nicht eingestellt werden. Auf einer Betriebsversammlung des Vogtländischen Verlagshauses habe SV-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz am Montag erklärt, die Zeitung werde auch weiterhin erscheinen, berichteten "Frankenpost" und "Vogtland-Anzeiger" am Dienstag.

Die CSU übte heftige Kritik an einem möglichen Verkauf der "Frankenpost" an die ddvg. "Wenn die Holding des Presseimperiums der SPD vom Süddeutschen Verlag weitere Anteile übernimmt, dann ist die Pressefreiheit in Franken in Gefahr", warnte CSU-Generalsekretär Thomas Goppel in der Berliner "tageszeitung" (taz/Dienstag-Ausgabe). Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" sollten die Verträge für den Verkauf der "Frankenpost" bereits am Dienstag unterzeichnet werden. Dies bestätigte der Sprecher des Süddeutschen Verlages jedoch nicht.

Nach Einschätzung von Branchenkennern könnte der Verkauf der Regionalzeitungen im Zusammenhang mit dem geplanten Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding beim Süddeutschen Verlag stehen, da er die Zustimmung des Bundeskartellamts erleichtern könnte. Der Süddeutsche Verlag mit seinem Aushängeschild "Süddeutsche Zeitung" hatte den Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding als sechstem Gesellschafter im November angekündigt. Die bisherigen fünf Gesellschafterstämme bleiben weiterhin Miteigentümer des Verlags.

Die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH) ist die Obergesellschaft der Zeitungsgruppe Stuttgart mit zahlreichen Beteiligungen im Medienbereich. Unter anderem ist die SWMH zu 75 Prozent an der "Stuttgarter Zeitung" und zu 80 Prozent an den "Stuttgarter Nachrichten" beteiligt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×