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07.02.2001

16:20 Uhr

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Deutsche Internetnutzer befürworten Online-Medikamentenhandel

Einer repräsentativen Umfrage des Hamburger Forschungs- und Beratungsinstituts MediaTransfer befürworten 89 Prozent der Internetnutzer in Deutschland den Online-Medikamentenhandel.

dpa HAMBURG/STUTTGART. Die überwiegende Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland befürwortet den Medikamentenhandel im Netz. 89 % sind der Meinung, dass der Vertrieb von Arzneimitteln über das Web zugelassen werden sollte. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage des Hamburger Forschungs- und Beratungsinstituts MediaTransfer unter 1000 deutschen Internetnutzern.

Positiv bewerteten die Studien-Teilnehmer vor allem günstige Preise und die Bequemlichkeit des Online-Einkaufs. Nur jeder Zehnte bestellte jedoch bereits Gesundheitsprodukte in einer Online- Apotheke. 21 % beabsichtigten in diesem Jahr eine Bestellung. Grund für die Zurückhaltung beim Kauf seien neben fehlender Fachberatung auch die ungeklärte rechtliche Situation, stellten die Marktforscher fest.

Erneut warnten Apotheker vor dem Versandhandel. Der Landesapothekerverband (LAV) Baden-Württemberg und der Pharmagroßhändler GEHE Pharma Handel GmbH (Stuttgart) unterstrichen in Stuttgart, wenn der Verkauf von Medikamenten über das Internet in Deutschland zugelassen werde, hätte dies weit reichende Konsequenzen für Verbraucherschutz und medizinische Versorgung. Patienten könnten ohne den persönlichen Kontakt vom Apotheker nicht angemessen beraten werden, warnten sie. Die Konkurrenz aus dem Versandhandel gefährde außerdem die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten, wie sie durch die 21 500 Apotheken in Deutschland gewährleistet sei.

In den vergangenen Monaten hatten die Landgerichte in Berlin, Stuttgart und Frankfurt widersprüchliche Entscheidungen zum Online- Verkauf von Medikamenten getroffen. Die Richter in Stuttgart und Berlin erlaubten der niederländischen Internet-Apotheke DocMorris auf Grund einer EU-Ausnahmevorschrift den Online-Vertrieb auch an deutsche Kunden. Die Frankfurter dagegen untersagten DocMorris mit einer einstweiligen Verfügung den Deutschland-Vertrieb. Nach dem Frankfurter Beschluss änderte DocMorris sein Web-Angebot und richtet sich nunmehr an "deutschsprachigen Europäer, aber nicht an deutsche Adressen". Online-Apotheke DocMorris :

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