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19.02.2003

15:08 Uhr

Deutsche mit Top-Resultat

Norweger-Express fuhr allen davon

Im Sog des Norweger-Express' um Weltmeister Thomas Alsgaard sind die deutschen "Klassiker" über 30 km knapp an der ersten Medaille vorbei geschrammt. Nach einer ganz starken Vorstellung im Ski-Areal von Lago di Tesero lief der Oberhofer Andreas Schlütter lediglich 2,8 Sekunden hinter dem Sieger als Fünfter über den Zielstrich. Dicht dahinter folgte Jens Filbrich (Frankenhain) auf Platz sechs.

HB/dpa VAL DI FIEMME. "Das war ein genialer Wettkampf", lobte Bundestrainer Jochen Behle den Auftritt seines Duos, das das beste deutsche WM-Ergebnis seit 33 Jahren erzielte.

Lediglich 1,7 Sekunden fehlten Schlütter zum ersten Edelmetall für einen Deutschen auf dieser Distanz seit dem WM-Silber von Gerhard Grimmer 1970. "Eine Medaille war mein Ziel. Dafür hat es leider nicht gereicht", sagte der 30-Jährige verärgert, nachdem er schon im Vorjahr als Olympia-Vierter über 50 km knapp einen Platz auf dem Treppchen verpasst hatte. "Es wäre mehr drin gewesen. Am letzten Anstieg hatte ich einen Strauchler, dadurch entstand eine Lücke. Diese zu schließen hat viel Kraft gekostet, die mir am Ende fehlte", erklärte Schlütter.

In einem spannenden Finish musste er trotz der höchsten Geschwindigkeit auf der Zielgeraden mit ansehen, wie Alsgaard vor seinen Landsleuten Anders Aukland und Frode Estil sowie Titelverteidiger Andrus Veerpalu (Estland) ins Ziel stürmte. "Zur Medaille fehlt nichts mehr außer das Glück. In meinem Alter muss endlich auch mal Edelmetall im Einzel kommen. Also schaue ich jetzt optimistisch dem 15-km-Rennen am Freitag entgegen", sagte der Oberhofer, der mit den von seinem Teamkollegen Axel Teichmann geborgten Brettern erst in der zweiten Hälfte richtig ins Laufen gekommen war. "Der Ski war super präpariert, wir waren von Anfang an vorn dabei. Da hat man sich dann schon was ausgerechnet", erzählte Schlütter.

In Jens Filbrich hatte der Routinier von Anfang an einen starken Begleiter. "Wir verstehen uns durch die gemmeinsamen Trainingsjahre blind. Zwar läuft jeder sein Rennen, aber auch die Norweger haben gezeigt, wie wichtig es ist, nicht allein zu sein", lobte Schlütter das "Teamwork" mit Filbrich. Der Frankenhainer hielt zur Überraschung aller das Eiltempo durch. "Wir haben ihn in dieser Saison psychologisch auf diese 30 km aufgebaut. Der vierte Platz in Oberhof über 15 km war dabei eine wichtige Station", bemerkte Heimtrainer Cuno Schreyl. "Das ist traumhaft. Ich bin locker in den Wettkampf hinein gelaufen und hatte eigentlich nie das Gefühl, dass mir die Kräfte ausgehen könnten. Für eine Medaille bin ich wohl noch etwas zu jung, aber irgendwann sollte sie kommen", betonte "Fibbser".

Bundestrainer Behle sah die hervorragende Platzierung seiner beiden Starter mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Wenn man gesehen hat, wie Andreas auf der Zielgeraden gespurtet ist, trauert man doch etwas. Der Ausrutscher bei Kilometer 27,5 hat ihm die Medaille gekostet. Wenn er in der ersten Gruppe dabei ist, ist alles möglich. Aber was soll's: Dieses Ergebnis war so nicht zu erwarten", sagte der Willinger.

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