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09.01.2001

15:30 Uhr

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Deutsche Renault verlor an Fahrt

Der französische Fahrzeughersteller Renault musste in Deutschland einen Gang zurückschalten. Angesichts der Absatzflaute im Markt erlitt auch der größte deutsche Importeur deutliche Verkaufsrückgänge.

adx DÜSSELDORF. So sank die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge im Vorjahr gegenüber 1999 um rund ein Fünftel auf 220 000, wie die Deutsche Renault AG (Brühl) am Dienstag in Düsseldorf bilanzierte. Auch beim Marktanteil gab Renault auf 6,1 (1999: 6,8) Prozent nach. Gleichwohl behauptete der Hersteller seinen Vorsprung vor den Wettbewerbern Peugeot und Fiat. Umsatzzahlen (Gesamtjahr 1999: 6,2 Mrd. Mark) gibt Renault traditionell im Frühjahr bekannt.

Für dieses Jahr sieht Renault nicht zuletzt durch die jüngst vereinbarte Allianz mit dem japanischen Autobauer Nissan allerdings wieder gute Chancen für ein besseres Geschäft. Gleich mit einer ganzen Reihe neuer Modelle drückt der Hersteller aufs Gaspedal und will hierzulande bis Ende 2001 rund 255 000 Fahrzeuge verkaufen. Das entspräche bei Erreichen der prognostizierten Gesamtzulassungen von insgesamt 3,6 Mill. Fahrzeugen 6,5 % Marktanteil.



Renault wil in Zukunft Marktanteile in der Oberklasse verdoppeln

Punkten will Renault mit dem neuen Laguna und dem Transporter Trafic. Einen "sehr wichtigen Schritt" sieht Vorstandschef Jacques Rivoal auch in der neuen Oberklasse, die ab Herbst mit dem Renault Avantime gestartet und 2002 um das Modell Vel Satis sowie den neuen Espace ergänzt werden soll. Unter dem Strich will Renault seinen Marktanteil in der Oberklasse dann auf vier Prozent verdoppeln. Traditionell stark war Renault im Vorjahr insbesondere mit vier Modellreihen: den beiden Kleinwagen Twingo und Clio, dem Minivan Scenic und der Limousine Megane, von denen zusammen knapp 150 000 Einheiten verkauft wurden.

In der Allianz mit Nissan wollen beide Hersteller bis 2003 rund 250 Händler bestimmen, die kombiniert derene Marken betreuen. Das Händlernetz von bundesweit rund 1.300 Stationen (660 Renault, 650 Nissan) werde aber nicht ausgedünnt, hob Rivoal hervor. Vom Autoverkauf via Internet, den Renault ab März mit einem neu gestalteten Auftritt im Netz ankurbeln will, erwartet er sich allenfalls ein "Zusatzgeschäft". Impulse für den deutschen Markt soll auch eine neue Imagekampagne bringen, in die Renault ein Zehntel des seines nicht näher bezifferten Werbevolumens investiert. Nach 15 Jahren mit dem Slogan "Autos zum Leben" setzt Renault jetzt mit "Createur D´automobiles" auf Muttersprachliches.

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