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11.02.2002

15:59 Uhr

Deutsche Teams setzen auf Überraschungseffekt

Curling-Präsidentin: "Nichts ist unmöglich"

Neue Besen kehren gut. Nach dieser Devise gehen die Asse des Deutschen Curling-Verbandes (DCV) in den olympischen Medaillenkampf von Salt Lake City. "Nichts ist unmöglich", hofft DCV-Präsidentin Juliane Hummelt, "schlechter als vor vier Jahren in Nagano kann es ja kaum werden."

dpa SALT LAKE CITY. Bei der Olympia- Premiere hatten die deutschen Curling-Spieler wahrlich nicht den "Stein der Weisen" gefunden und waren bei Frauen wie bei Männern auf Rang acht unter zehn Nationen gerutscht.

"Wir sind guten Mutes und guter Stimmung. Die Teams sind gut eingestellt. Ich denke, dass die anderen Länder Mühe haben, uns einzuschätzen", setzt Hummelt auf den Überraschungseffekt. Bei den Frauen wäre diese Taktik zumindest bei der Europameisterschaft im Dezember beinahe aufgegangen, als das Frauen-Quartett knapp den dritten Platz verfehlte. In der "The Ice Sheet"-Halle in Ogden wird aber die langjährige Symbolfrau des deutschen Curlings, Andrea Schöpp, fehlen. Nach einem Zerwürfnis mit ihren Teamkolleginnen und der Weigerung, ins Olympia-Trainingslager nach Kanada zu reisen, gehört die mehrfache Europameisterin nicht zum Winterspiele-Aufgebot.

Für sie übernimmt nun Natalie Nessler aus Riessersee die Rolle des Skip. "Sie ist zwar kein Neuling, verfügt aber auch nicht über so eine lange Erfahrung wie Frau Doktor Schöpp", sagt Hummelt. Die Affäre um die Ausnahmespielerin sitzt noch tief, soll aber bei Olympia nicht für Unruhe sorgen. "Ich will da kein Theater mehr haben", meint die DCV-Chefin. Allerdings schließt sie ein Nachspiel in der Heimat nicht aus. "Natürlich werden wir das im Präsidium noch einmal auf den Tisch bringen." Ein solch unsportliches Verhalten können man im Curling, wo es besonders auf Etikette ankommt, nicht hinnehmen.

Bei den deutschen Männern geht es dagegen ruhig zu. "Wir fühlen uns gut und wollen das Halbfinale erreichen", erklärt Stephan Knoll stellvertretend für seine Crew vom Oberstdorfer EC. Pech hatte das junge DCV-Team allerdings bei der EM. Als Achter ging der Weltmeisterschafts-Startplatz verlor.

Dass die junge olympische Sportart Curling wie schon in Nagano nicht im Zentrum der Olympia-Stadt sondern etwa 80 Kilometer entfernt entschieden wird, stört die DCV-Equipe nicht. "Es wäre schöner, mitten drin zu sein. Doch erst Mal muss unsere Sportart zeigen, was sie ist und was sie kann. Jetzt zählt vor allem noch, dass wir überhaupt dabei sind", so Juliane Hummelt.

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