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14.02.2002

21:09 Uhr

"Deutscher Spanier" lässt alle hinter sich

Zweites Gold für Johann Mühlegg

Johann Mühlegg hat sich in Salt Lake City sein zweites Langlauf-Gold geholt: Nach dem Erfolg über 30 km entschied der für Spanien startende Allgäuer auch das Verfolgungsrennen über 10 km klassisch und 10 km Freistil für sich.

HB/dpa SALT LAKE CITY. "Für mich ist dies das Größte überhaupt. Ich bin überglücklich", erklärte Mühlegg. Fünf Tage nach seinem Sieg über 30 km verwies der Allgäuer mit einer erneuten Gala-Vorstellung die beiden Norweger Thomas Alsgaard und Frode Estil (28,5 Sekunden zurück) auf den gemeinsamen Silber- Rang. Nach Auswertung des Zielfotos wurden erstmals in der Olympia- Geschichte zwei gleiche Medaillen im Langlauf vergeben. Rene Sommerfeldt aus Oberwiesenthal schlug sich im Feld der Weltelite achtbar und kam mit einem Rückstand von 1:02,3 als Elfter ins Ziel. Der Oberhofer Andreas Schlütter wurde 18., Tobias Angerer (Vachendorf) 24. und Axel Teichmann (Lobenstein) 39.

Die Entscheidung fiel bereits auf der klassischen Strecke, wo Mühlegg die Konkurrenz überraschend distanzierte. Mit einem Vorsprung von 13,2 Sekunden auf Estil ging der "deutsche Spanier" in das Freistil-Rennen. Dort dominierte der Grainauer trotz eines Sturzes gleich zu Beginn nach Belieben. Systematisch baute der 31-Jährige seine Führung aus und ließ sich schon weit vor dem Ziel mit der spanischen Fahne in der Hand als Sieger feiern. "Meine Zukunft liegt in Spanien. Es tut mir leid für Deutschland", bekräftigte Mühlegg erneut, dass es eine sportliche Rückkehr in seine Heimat nicht geben wird. 1999 hatte er sich im Unfrieden gen Iberische Halbinsel verabschiedet.

Der "Indurain aus Bayern", wie er in Spanien in Anlehnung an den fünfmaligen Tour-de-France-Gewinner genannt wird, ist in dieser Verfassung auch erster Gold-Anwärter auf seiner Spezialstrecke 50 km. Für Olympia hatte Mühlegg in der Vorbereitung alles andere hinten angestellt. Über drei Monate lang trainierte er vor Saisonbeginn in der Höhe, um sich auf die Bedingungen in Soldier Hollow optimal einzustellen. "Die gewissenhafte Vorbereitung dauerte länger als ein Jahr. Ich habe so viel Zeit investiert, so viel Gletschertraining gemacht. Schön, dass es sich hier auszahlt", sagte Mühlegg. "Hut ab vor Johann. Wie er das Feld demoliert ist sensationell", meinte Rene Sommerfeldt. Der WM-Zweite über 50 km konnte als 12. nach dem "Klassiker" nicht wie erhofft den Anschluss an die Verfolgergruppe herstellen. "Meine Ski waren nicht optimal, was keine Kritik an den Technikern sein soll. Auf den Abfahrten sind alle an mir vorbei gefahren, dafür ging es an den Anstiegen besser", erklärte der 27-Jährige.

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