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02.01.2003

08:11 Uhr

Deutschland wird Mitglied im Weltsicherheitsrat

Bush macht mobil

Mit der größten Verlegung von Bodentruppen an den Persischen Golf seit dem Irakkrieg von 1991 setzen die USA ihren Aufmarsch in der Region fort. Die auf einen Wüstenkrieg spezialisierte 3. Infanteriedivision ist am Mittwoch für eine Entsendung in die Golfregion in Alarmbereitschaft versetzt worden.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Mit der Verlegung der etwa 15 000 Soldaten soll in den kommenden Tagen begonnen werden. Nach US-Zeitungsberichten können bereits in wenigen Wochen mehr als 100 000 US-Soldaten in der Region stationiert sein.

Gleichzeitig hat US-Präsident George W. Bush auch verbal den Druck gegenüber dem Irak verschärft. Er warf dem irakischen Machthaber Saddam Hussein vor, nur unbefriedigende Angaben über seine Massenvernichtungswaffen gemacht zu haben. Der Präsident warnte seine eigenen Landsleute, die US-Wirtschaft könnte durch einen Angriff des Irak schwer getroffen werden. Seine Aufgabe sei es deshalb, das amerikanische Volk zu schützen.

Auf Antrag der USA und Großbritanniens hatte der UN-Sicherheitsrat, in dem seit Jahresbeginn auch Deutschland vorübergehend einen Sitz hat, die Sanktionen gegen den Irak verschärft. Seither gelten für eine Reihe von Waren, die für militärische Zwecke verwendet werden können, Einfuhrbeschränkungen.

Während der englische Premierminister Tony Blair in seiner Neujahrsansprache die Briten ebenfalls auf "schwere Zeiten" einstimmte, meinte UN-Generalsekretär Kofi Annan, dass derzeit kein Grund für einen Krieg gegen den Irak bestehe. Das Regime in Bagdad verhalte sich korrekt. Die UN-Waffeninspekteure würden nicht behindert.

Annan verwies auf die Einladung, die der UN-Chefinspekteur Hans Blix jetzt vom irakischen Präsidentenberater Amir el Saadi erhalten hat. Darin schlägt der Berater ein Treffen vor. Es soll noch Mitte dieses Monats stattfinden und damit vor dem 27. Januar liegen - dem Tag, an dem die Waffeninspekteure den UN-Sicherheitsrat über das Ergebnis der bisherigen Kontrollen informieren sollen. In der Einladung an Blix heißt es, Bagdad wolle über "kreative Möglichkeiten" sprechen, die Arbeit der UN - Waffeninspekteure in Zukunft zu erleichtern. Die UN begrüßten die irakische Einladung. Ein Sprecher sagte, eine Reise von Blix sei eine "nützliche Idee".

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