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17.07.2000

20:15 Uhr

ap BRÜSSEL. Vor dem Hintergrund neuer Creutzfeldt-Jacob-Erkrankungen in Großbritannien und weiterer Fälle von Rinderwahnsinn in Frankreich stand am Montag im EU-Agrarrat der endgültige Beschluss über die Etikettierungspflicht für Rindfleisch ab dem 1. September an. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Martin Wille, zeigte sich zuversichtlich, dass der Rat die Verordnung beschließen werde. Keiner wolle angesichts der aktuellen Meldungen aus Großbritannien und Frankreich die Schlagzeile, der Rat sei nicht beschlussfähig, sagte er.

Das Europaparlament hatte gefordert, den ursprünglichen Entwurf in zwei Punkten zu verändern. Die Bundesregierung könne mit beiden Änderungsvorschlägen leben, sagte Wille. Deutschland geht mit seinen Etikettierungsvorschriften ohnehin über das hinaus, was die EU fordert.

Das Europaparlament hatte in seiner letzten Lesung vor zwei Wochen gefordert, die obligatorische Angabe der Tierkategorie auf dem Etikett zu streichen, hingegen aber das Herkunftsland des Tieres auch für Hackfleisch obligatorisch anzugeben. Die EU-Verordnung sieht vor, dass ab 1. September bei Rindfleisch der Schlacht- und Zerlegungsort des Tieres vermerkt ist. Erst ab 2002 sollen auch der Ort der Herkunft und der Mästung angegeben werden. In Deutschland müssen die Verbraucher auch darüber schon ab dem 1. September informiert werden.

In einem kleinen englischen Dorf sind in jüngster Zeit vier Menschen an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben, die vermutlich vom BSE-Erreger ausgelöst wird. In Frankreich wurden in diesem Jahr bereits 28 BSE-kranke Rinder identifiziert. Mehr als 200 Tiere aus den Herden der erkrankten Rinder wurden getötet.

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