Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2004

16:37 Uhr

DFB-Präsident Mayer-Vorfelder abgetaucht

Bauskandal bringt WM-Macher in Erklärungszwang

Die Bestürzung bei den Organisatoren des Fußballfestes 2006 über die Wildmoser-Affäre in Zusammenhang mit dem Stadionneubau in München ist groß. Zwar sieht das OK-Präsidium keine Gefahr für die rechtzeitige Fertigstellung der prestigeträchtigen "Allianz Arena", es fürchtet aber einen enormen Imageschaden.

HB HAMBURG. Franz Beckenbauer war "total geschockt", Wolfgang Niersbach "bestürzt und betroffen": Für die Chef-Organisatoren der Weltmeisterschaft 2006 bedeutete der Korruptionsskandal um das neue Stadion den mit Abstand größten Tiefschlag der gesamten WM-Vorbereitung. "Keine schöne Sache", grantelte OK-Chef Beckenbauer, seinem Vize Niersbach ging die Angelegenheit auch persönlich sehr nahe: "Es ist bitter, so etwas zu erleben."

Denn der Schaden, den die Affäre auf das geplante Fußball-Fest wirft, wird in den verbleibenden 821 Tagen bis zum pikanterweise im Münchner Objekt des Anstoßes angesetzten Eröffnungsspiel wohl kaum mehr zu reparieren sein. Und niemand will ausschließen, ob die Münchner Machenschaften vielleicht nicht nur die Spitze eines Eisbergs bilden. "Ich kann nur inständig hoffen, dass da nicht noch etwas hochkommt, von dem wir heute überhaupt noch nichts ahnen", sagte Niersbach. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) forderte eine umfassende und schnelle Aufklärung. Nur so könne verhindert werden, "dass ein Schatten auf die Ausrichtung der WM 2006 fällt".

Das Organisationskomitee sieht sich in erster Linie in der Rolle des Betroffenen. "Wir können nur betonen, dass wir uns schon in der Bewerbungsphase nirgendwo in örtliche Begebenheiten eingeschaltet haben. Das war stets Sache der Stadt beziehungsweise des Stadionbetreibers", betonte Niersbach die Maxime der WM-Planer: "Wir haben uns immer bemüht, sauber und transparent zu arbeiten."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×