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25.06.2000

21:00 Uhr

Die 50 größten Verlierer

Kursverlierer - Wenn der Kaufreiz fehlt

VonSTEFFEN UTTICH

Gegen Managementprobleme, einen schwierigen Markt und ein problematisches Branchenumfeld ist nur schwer anzukommen. So finden sich unter den 50 größten europäischen Unternehmen, deren Aktien in den letzten zwölf Monaten am schlechtesten gelaufen sind, überproportional viele britische Unternehmen ( >>Tabelle ). Und unter denen wiederum überproportional viele Einzelhändler.

Jörg Krämer, Spezialist für die europäischen Finanzmärkte bei Invesco, überrascht das nicht. Der Aktienmarkt auf der Insel habe sich zu den europäischen Märkten unterdurchschnittlich entwickelt. Zudem leide der Einzelhandel unter Margenproblemen. Treffen diese beiden Faktoren auch noch zusammen, sind Abschläge wie bei Somerfield (-81,6%) oder Marks & Spencer (-32,4%) nicht verwunderlich.

Ändert sich das Geschäftsumfeld, muss sich auch das Geschäftsmodell ändern. Ist das nicht der Fall, gehen die Kurse nach unten. Investoren wie Klaus Martini, Leiter des Fondsmanagements für europäische Aktien bei der DWS, beobachten sehr genau, wie Unternehmen auf neue Herausforderungen - etwa das Internet - reagieren. Schlechte Nachrichten, schlechte Kurse: Holzmann führt nach dem Fast-Zusammenbruch mit einem Kursverlust von 86,1% die Liste der europäischen Verlierer an.

Weil Unsicherheiten über die Qualität des Managements herrschen, musste der schwedische Medizintechnik-Konzern Gambro einen deutlichen Kursabschlag von 41,4% hinnehmen. Auch Unternehmen, bei denen die Wachstumsaussichten - wie etwa beim Einzelhandel - begrenzt sind, müssen zum Teil kräftige Abschläge hin- nehmen. Chancen auf eine Trendwende bei den Verlierern bestehen durchaus. Man müsse allerdings genau hinsehen, sagt Dirk Ropers, Fondsmanager des DIT. So habe DWS Aktien der englischen Bank Abbey National (-30 %) zugekauft, sagt Martini. Das Institut sei allein zu klein und biete sich als Übernahmekandidat geradezu an.

Jörg Krämer von Invesco will auch die Einzelhändler nicht abschreiben. Auf jeden Fall müsse man bei den Kursverlierern unter Europas 500 größten Unternehmen genau hinsehen, sagt DIT-Fondsmanager Dirk Ropers. "Auf keinen Fall werden aus den Top-Losern jetzt Top-Winner."

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