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18.02.2002

19:08 Uhr

Die Aktienauswahl an Hand der PEG Ratio birgt Risiken

Billige Wachstumskandidaten gesucht

VonTOBIAS MOERSCHEN (Handelsblatt)

Die ideale Aktie bietet hohe Wachstumsperspektiven - und das zu einem günstigen Preis. Doch wie finden Investoren eine solche Aktie? Ein gutes Kriterium, das Privatanleger einfach ermitteln können, ist die so genannte PEG Ratio.

PENSACOLA. Auch unter Investmentprofis wächst das Interesse an dieser Messzahl. Seit kurzem ist ihr Wert auch wissenschaftlich nachgewiesen: "Die PEG Ratio ist bei richtigem Einsatz eines der besten Instrumente zur Aktienauswahl", sagt Professor James Packer von der Universität Arkansas. Er präsentierte beim Jahrestreffen der US-amerikanischen Akademie für Wirtschaft und Finanzen in Pensacola im US-Bundesstaat Florida eine der ersten wissenschaftlichen Studien zur PEG Ratio.

Packer untersuchte knapp 100 an der New Yorker Börse notierte Aktien im Zeitraum zwischen 1997 und 2000. In dem beobachteten Zeitabschnitt erzielten die Aktien mit der niedrigsten PEG Ratio die höchsten Gewinne (66,85 %). Die Aktien mit der höchsten PEG Ratio schnitten dagegen am schlechtesten ab.

"Wer auf Aktien mit niedriger PEG Ratio setzt, kauft damit Wachstum billig ein", sagt Professor Packer, "und diese Strategie scheint sich langfristig auszuzahlen". Ursprünglich entwickelten spezialisierte Fondsmanager diese Messzahl zur Bewertung schnell wachsender Unternehmen. Denn die PEG Ratio gibt ihnen ein Gefühl dafür, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zu ihren Wachstumsperspektiven ist.

Die PEG Ratio verbindet zwei traditionelle Kriterien zur Aktienbewertung - das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV oder englisch: Price-Earnings, PE) und das Gewinnwachstum (G). Die PEG Ratio ist schlicht das KGV, geteilt durch das Gewinnwachstum. Je niedriger der Wert der PEG Ratio ist, desto weniger muss ein Investor für die Wachstumsperspektiven des betreffenden Unternehmens bezahlen.

Allerdings birgt die Aktienauswahl an Hand der PEG Ratio auch Risiken: "Die PEG-Strategie funktioniert nicht jedes Jahr", sagt Packer, "sie eignet sich eher für langfristig orientierte Investoren". Eine zweite US-Studie ergab, dass die PEG-Strategie im Zeitraum 1992 bis 1996 nur unterdurchschnittliche Erträge brachte. In dieser Zeit bevorzugten Investoren Trendaktien, obwohl sie nach dem PEG-Modell schon zu teuer waren. "Doch das Comeback der PEG-Strategie seit 1997 deutet darauf hin, dass diese Messzahl auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird", meint der US-Professor.

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