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19.03.2003

23:43 Uhr

Die Börsenkolumne aus New York

Das Warten auf den Wüstensturm

VonLars Halter © Wall Street Correspondents (Inc.)

Vielleicht hat Joe Battipaglia Recht. Der Chef-Investmentstratege vom Brokerhaus Ryan Beck and Co. sagt, dass der Markt sich "noch eine Zeit lang auf dem aktuellen Niveau halten" kann, und dass er "kurzfristig auch noch 5 bis 10 % zulegen" könnte. Dennoch geht die jüngste Riesen-Rallye am Mittwoch nicht weiter. Zu unsicher ist die Weltlage.

Die US-Börsen haben in weniger als einer Woche um rund 11 % zugelegt, das ist eine ganze Menge. Die großen Indizes sind wieder da, wo sie Anfang des neuen Jahres standen, und doch gefällt Analysten und Anlegern nicht was sie in den Charts sehen. Zu steil sind die Kletterparten von Dow Jones, Nasdaq und S&P 500. Die drei sind nämlich keine Bergziegen, sondern Gradmesser einer niedergeschlagenen Konjunktur.

Und dass diese Konjunktur nicht nur am Kriege krankt, dass ist auch den Republikanern auf dem Parkett klar. Wie weit der Krieg noch ein Befreiungsschlag sein kann, wie lange Kanonendonner das Seufzen der Arbeitslosen übertönen und der Sandsturm in der Wüste die Sicht auf die schwachen Bilanzen Corporate Americas verhindern können, das wissen sie nicht.

Und so wiederholt sich das Auf und Ab vom Dienstag, dem ersten Tag nach Bushs Ultimatum an Saddam Hussein, das als Kriegserklärung zu verstehen war. Amerikanische Soldaten rücken an die irakische Grenze vor, während der Markt zwischen Rot und Grün handelt - zwischen gutem und bösem Terrain. Abwarten ist angesagt. Man wartet auf die ersten Angriffe und auf das Momentum, das der Markt dann annehmen wird.

So gesehen ist klar, dass sich vor Beginn der militärischen Aktivitäten im Golf an der Wall Street nicht viel tut. Völlig offen bleibt, was sich dann tut - und wann das ist. Vieles spricht für die Nacht auf Donnerstag, aber Bush und sein Wüstenfuchs Tommy Franks könnten auch das Wochenende abwarten.

Solange achten Anleger weniger auf Quartalszahlen und Konjunkturdaten als vielmehr auf die Bildschirme, auf denen CNN und andere (von der US-Regierung gesteuerte) Sender die neuesten Bilder aus der Wüste übertragen.

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