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16.01.2004

07:34 Uhr

Die deutschen Skispringer hoffen in Zakopane auf Besserung

Hannawald nimmt neuen Anlauf

VonBenedikt Voigt (Handelsblatt)

Als der Wind am vergangenen Wochenende in Orkanstärke durch den Schwarzwald pfiff, glaubte Peter Rohwein eine gute Idee zu haben. Der Skisprung-Trainer verließ gemeinsam mit Sven Hannawald, Martin Schmitt, Maximilian Mechler und Georg Späth früher als geplant Hinterzarten, wo das Wetter jedes Training verbot, und reiste nach Zakopane in Polen.

BERLIN. Um dort vor den beiden Weltcupspringen am Wochenende noch ein paar Übungseinheiten absolvieren zu können. Doch einer reiste noch schneller: Der Wind.

Die deutschen Skispringer werden zurzeit vielleicht vom Wind, aber sicher nicht vom Glück verfolgt. Sven Hannawald hatte die Weltcuppause nach seinem schwachen Abschneiden bei der Vierschanzentournee eigentlich nutzen wollen, um sich durch ausreichendes Training Sicherheit und Selbstbewusstsein zurückzuholen. Nun aber konnte er erst gestern, als sich der Wind gelegt hatte, wieder springen. "Ich sehe das jetzt nicht so dramatisch", sagt Kotrainer Peter Rohwein auf Hannawalds Homepage, "wir haben noch genügend Sprünge, um etwas auszuprobieren."

Am Samstag eröffnet das Nachtspringen in Zakopane (17.15 Uhr) die zweite Hälfte der Saison für die deutschen Skispringer. "Wir greifen wieder an", sagte Bundestrainer Wolfgang Steiert. Als letzter Saisonhöhepunkt wartet nun nach der verkorksten Vierschanzentournee die Skiflug-Weltmeisterschaft in Planica. "Es ist klar, dass Sven Hannawald darauf hinfiebert", sagt Steiert. Was bisher passierte, war nicht so erfreulich. Sven Hannawald und Martin Schmitt suchen nach der Form vergangener Tage. Im Gesamtweltcup findet sich der beste Deutsche auf Rang zehn: Michael Uhrmann. Wenigstens besitzt das deutsche Skisprungteam in Georg Späth und Maximilian Mechler zwei weitere Springer, die regelmäßige auf vordere Rängen schweben können.

Doch die Formkrise von Sven Hannawald, der im Weltcup auf Rang zwölf zurückgefallen ist, bereitet große Sorgen. Der ehemalige Bundestrainer Reinhard Heß empfahl seinem ehemaligen Springer, länger zu pausieren. "Es besteht die Notwendigkeit, den Ski-Anstellwinkel zu verbessern", sagte der 58-Jährige dem Internetanbieter "Sport1". Man müsse das Gesamtsystem um das Sprunggelenk herum überarbeiten. "Man muss viel testen und probieren", sagt Heß, "das schafft man nicht in drei Trainingseinheiten."

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