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12.07.2000

10:36 Uhr

Die drei Telekommunikationskonzerne wollen den europäischen Markt gemeinsam aufrollen

NTT Docomo und KPN Mobile beteiligen sich an Hutchison 3G

NTT Docomo und KPN Mobile steigen bei Hutchinson 3G ein. Mit einem abgestimmten Vorgehen wollen die drei Unternehmen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Belgien - einem Markt mit 210 Millionen Kunden - beim Mobilfunk der nächsten Generation Marktanteile gewinnen. Die Bündelung erspart den drei Unternehmen Lizenzkosten in Milliardenhöhe. In Deutschland sind nun nur noch sieben Interessenten bei der UMTS-Auktion dabei.

vwd/dpa /ddp/HB HONGKONG/DÜSSELDORF/BONN. Der japanische Mobilfunkkonzern NTT Docomo übernimmt 20 % der Anteile an der britischen Hutchinson-Whampoa-Tochter Hutchinson 3G. Die niederländische KPN Mobile erwirbt weitere 15 %. Dies teilte NTT Docomo am Mittwoch in Hongkong mit. Die restlichen 65 % verblieben bei Whampoa, sofern die Telesystem International Wireless (TIW) ihre Option zur Übernahme von 6,5 % an Hutchinson 3G nicht wahrnehme. Der Kaufpreis betrage für Docomo 1,2 Mrd. Pfund (3,72 Mrd. DM/1,90 Mrd. Euro) und für KPN 0,9 Mrd. Pfund, hieß es.

Zugleich mit der Neustruktur der Hutchison Whampoa Ltd, Hongkong, NTT Docomo Inc, Tokio, und KPN Mobile N.V. wird eine strategische Allianz für den europäischen Mobilfunk auf Basis des Standards UMTS (dritte Generation) gebildet und ein gemeinsames Unternehmen gegründet. Wie die drei Unternehmen mitteilten, betrifft die Allianz die Märkte in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Belgien mit 210 Millionen Kunden und einem Volumen von 200 Mrd. Euro im Jahr 2010.
Ziel der Vereinbarung sei es, den drei Unternehmen eine Erschließung des europäischen Marktes bei geringeren Kosten für das UMTS-Geschäft zu ermöglichen.

In Deutschland soll das UMTS-Netz gemeinsam genutzt werden

Für die Ersteigerung einer deutschen UMTS-Lizenz werden Hutchison und KPN Mobile ein neues Konsortium mit dem Namen E-Plus-Hutchison bilden. Sollte das Konsortium erfolgreich sein, wird KPN Mobile ihren Anteil an dem Konsortium an E-Plus übertragen. Anschließend will das Konsortium gemeinsam ein UMTS-Netzwerk errichten, das den Lizensierungsbedingungen und wirtschaftlichen Zielen von Hutchison und E-Plus entspricht.
E-Plus und die Hutchison-Tochter Auditorium Investment Germany hatten sich bislang getrennt, um eine Mobilfunklizenz beworben. Trotz der Kooperation wollen beide Unternehmen weiter auf eigene Rechnung arbeiten und dazu das Basisnetzwerk gemeinsam nutzen.

Für ihr jeweiliges Geschäft auf dem deutschen Markt wollen beide Partner eigene intelligente Plattformen mit Serviceangeboten schaffen, die die des Partner ergänzen. Daneben soll es eine Kooperation zwischen der Netzgesellschaft und E-Plus bei der Nutzung der bereits bestehenden E-Plus-Kapazitäten im Bereich des Mobilfunks der zweiten Generation geben. Durch die neue Allianz im europäischen Mobilfunkgeschäft sinkt die Zahl der Bieter bei der UMTS-Auktion auf nur noch sieben.

In Frankreich soll es eine Netz- und Betreibergesellschaft geben

In Frankreich wollen die drei Partner bei der Ersteigerung einer UMTS-Lizenz exklusiv zusammenarbeiten. Wie es in der Mitteilung heißt, laufen darüberhinaus Gespräche mit potenziellen französischen Partnern. In Frankreich soll das Geschäft in einer integrierten Netz- und Betreibergesellschaft betrieben werden.

Das Vorgehen in Belgien ist noch nicht endgültig geklärt

Um eine belgische UMTS-Lizenz wollen sich KPN Mobile und Hutchison in einem gemeinsamen Konsortium bewerben. Die Entscheidung über den anschließenden Betrieb durch eine integrierte Gesellschaft bzw. eine Netz- und eine Betriebsgesellschaft ist der Mitteilung zufolge noch nicht gefallen.

Zu der bereits früher bekannt gegebenen 15-prozentigen Beteiligung von NTT Docomo an KPN Mobile wurden weitere Einzelheiten bekannt gegeben. Danach wird NTT vier Mrd Euro in bar für 176,5 Mill. Aktien der Klasse A zahlen. Nähere Erläuterungen zu ihrer Allianz wollen die drei Unternehmen am Mittwoch bei einer um 13.00 MESZ beginnenden Pressekonferenz geben.

Regulierungsbehörde genehmigt E-Plus-Konsortium

Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation stimmte den E-Plus-Plänen zu, gemeinsam mit Hutchison im Konsortium um die UMTS-Lizenzen mitzubieten. Wie Behördensprecher Harald Dörr mitteilte, habe die Regulierungsbehörde gegen das Konsortium E-Plus-Hutchison keine Bedenken. E-Plus hat damit seine eigene Bewerbung zurückgezogen.

Im Rennen um die begehrten UMTS-Lizenzen sind damit nunmehr nur noch sieben Bewerber, darunter die bisherigen Mobilnetzbetreiber T-Mobil, Mannesmann Mobilfunk/Vodafone und VIAG Interkom. Dazu kommen außerdem die Bewerberkonsortien debitel/Swisscom, 3G, bestehend aus der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera, sowie MobilCom/France Die mit Spannung erwartete UMTS-Versteigerung beginnt am 31. Juli.

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