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19.07.2000

20:18 Uhr

LONDON.Die europäischen Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Händlern zufolge litten die Börsen unter Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten, die nach den besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen einiger US-Unternehmen einsetzten. Nach dem jüngsten Anstieg des Ölpreises legten dagegen Energietitel zu. Die Ölpreise seien ein heißes Thema an den Börsen, hieß es. Es werde über die Auswirkungen auf den Preisanstieg und die dadurch möglichen Rückwirkungen auf die Zinspolitik diskutiert. Die Märkte blicken zudem auf die Stellungnahme von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem US-Kongress am Donnerstag. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen 19.45 Uhr MESZ um 0,2 Prozent höher bei 5034 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 0,4 Prozent auf 5293 Punkte. Die Wall Street rutschte nach einem positiven Eröffnungstrend im Handelsverlauf mit 0,5 Prozent ins Minus auf 10.690 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index büßte 2,3 Prozent auf 4080 Punkte ein. LONDON - FTSE-Index gut behauptet An der Londoner Börse hat sich der FTSE-100-Index bei richtungslosem Handel gut behauptet gezeigt. Der Index gewann 0,23 Prozent auf 6465 Punkte. "Es gibt keine klare Richtung. Die Titel, die gestern oben waren, sind heute unten und niemand weiß warum", sagte ein Händler. Die gestiegenen britischen Einzelhandelsumsätze im Juni spielten keine Rolle, hieß es. Die Aktien des Internet-Providers Freeserve fielen um 7,6 Prozent, nachdem Broker der Credit Suisse First Boston für das Unternehmen eine Verdoppelung des Verlustes für 2001 voraussagten. Investoren werteten dies Händlern zufolge als Verkaufssignal. Einzelhändler Marks & Spencer fielen nach enttäuschenden Verkaufszahlen um über 0,5 Prozent. Energiewerte legten zu, beispielsweise BP Amoco um 2,8 Prozent. Gegen Verluste anderer Branchenwerte verteuerten sich Vodafone AirTouch um 2,6 Prozent. ZÜRICH - SMI-Index freundlich Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten an Fahrt gewonnen und rund ein halbes Prozent höher geschlossen. Händler erklärten, eine anhaltende Nachfrage nach Standardwerten aus dem Finanz- und Pharmabereich sowie ein ausbleibender Abgabedruck habe der Börse geholfen. Auch die festere Eröffnung an der Wall Street und der starke Dollar hätten den Markt unterstützt. Allerdings seien die Volumen mit knapp über drei Milliarden sfr doch eher dünn ausgefallen. Der SMI-Index der Standardwerte schloss 37,3 Punkte oder 0,47 Prozent höher bei 7933,5 Zählern. Der SWX New Market feierte sein einjähriges Bestehen mit einem Gewinn von 42,3 Punkten oder 2,68 Prozent auf 1622,4 Zähler. PARIS - CAC-Index negativ In Paris drehte der Aktienmarkt im Handelsverlauf und schloss im Minus. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen gab 0,3 Prozent auf 6495 Zähler ab. Im Mittelpunkt des Interesses stand die stark überzeichnete Erstnotiz von Wanadoo. Der Internetdienst von France Telecom (minus 1,9 Prozent) stieg um mehr als zehn Prozent auf 21 Euro nach einem Emissionspreis von 19 Euro. Mischkonzern Vivendi gewannnen vor dem Börsengang ihrer Umweltsparte Vivendi Enviroment 1,2 Prozent dazu. Der Nouveau Marche gewann rund 0,1 Prozent. MAILAND - Mib30-Index gut behauptet Der MIB30-Index an der Mailänder Börse stieg um magere 0,09 Prozent auf 48.234 Zähler. Im Energiesektor kletterte Enel um 0,3 Prozent nach oben, gab im Späthandel aber leicht nach. Börsenneuling Cairo Communications gaben beim Debüt am Nouvo Mercato um knapp sieben Prozent nach. Bipop verloren knapp sechs Prozent, nachdem das Unternehmen warnte, die Halbjahresergebnisse würden möglicherweise schlechter als erwartet ausfallen. Aeroporte di Firenze profitierte weiter von Eindeckungen nach dem jüngsten Börsengang (plus 4,9 Prozent). MADRID - Ibex-Index freundlich An der Börse in Madrid notierte der Ibex-Index anfangs niedriger, legte aber bis Handelsschluss 0,55 Prozent auf 10.850 Zähler zu. Telekommunikationskonzern Telefonica, die zur Eröffnung bei anhaltenden Rücktritts-Spekulationen um Chef Juan Villalonga negativ tendierten, stiegen anschließend um über ein Prozent auf 24,6 Euro. Die Deutsche Bank hatte zuvor ihre Kaufempfehlung auf "Strong Buy" angehoben und das Kursziel bei 33 Euro je Aktie festgelegt. Hingegen gaben die Aktien des Internettochter Terra Networks nach Vortagesgewinnen mehr als fünf Prozent nach. Energietitel Repsol stiegen anfänglich, büßten anschließend jedoch 0,9 Prozent ein. AMSTERDAM - AEX-Index schwächer An der Amsterdamer Börse sind die Kurse anfänglich leicht gestiegen, fielen aber bis Handelsschluss in die Verlustzone. Der AEX-Index rutschte um 0,5 Prozent auf 680 Punkte. Indexschwergewicht Philips legte 1,7 Prozent zu. Chiphersteller ASM Lithography litt unter Gewinnmitnahmen und verlor zwei Prozent. Das Unternehmen wurde nach der Vorlage der Halbjahreszahlen mehrfach hochgestuft. Kabelnetzbetreiber UPC konnte die Vortagesgewinne nicht weiter ausbauen und notierte um 2,8 Prozent tiefer bei 31,65 Euro. Gemeinsam mit Excite AtHome soll eine deutliche Mehrheitsbeteiligung an der neuen Internetfirma Excite Chello übernommen werden. KPN litten unter der Ankündigung einer internationalen Aktienplatzierung im vierten Quartal (minus 7,2 Prozent). Nach der Ankündigung von ING, dass sie bereit sei, ihre Baan-Aktien an Ivensys zu verkaufen, kletterten die Aktien des vor der Übernahme stehenden Software-Konzerns um 6,1 Prozent auf 2,77 Euro. WIEN - ATX-Index freundlich Die Wiener Börse hat sich am Mittwoch gegen den zumeist schwächeren europäischen Trend gestemmt und freundlich geschlossen. Der ATX beendete die Sitzung mit plus 0,7 Prozent bei 1095,27 Punkten. Deutlicher im Plus lag der Vienna Dynamic Index, der die Technologie- und Wachstumswerte in Wien repräsentiert, der 2,4 Prozent auf 1422,24 (1388,96) zulegte. Händler führen die Erholung im ATX auch auf die Erholung bei Bank Austria zurück. Die Aktie der größten Bank Österreichs hatte am Dienstag stark verloren und erholte sich auf 50,00 (49,15). Einen starken Kursanstieg verzeichnete auch der Wachstumswert CyberTron, der um zwei Euro höher bei 26 Euro schloss. Die Expansionspläne würden positiv bewertet, hieß es. BRÜSSEL - BEL20-Index leichter In Brüssel fiel der Bel20-Index um 0,46 Prozent auf 3000 Punkte. Das Volumen sei gering, viele Händler seien im Urlaub, hieß es am Markt. Die Papiere der Cobepa-Holding lagen nach Wiederzulassung zum Handel mit plus 2,66 Prozent bei 77,20 Euro. Die belgischen Regulierungsbehörden forderten BNP Paribas zu einem höheren Angebot zum Auskauf der Minderheitsaktionäre auf. STOCKHOLM - OMX-Index leichter Die Stockholmer Börse schloss mit den deutlichsten Verlusten in Europa. Der OMX-Index büßte 1,3 Prozent auf 1397 Punkte ein. Händler sagten, die Korrektur an den US-Börsen werde nachvollzogen. Der Handel sei dünn, hieß es. Marktschwergewicht Ericsson unterbot die 200-Kronen-Marke und schloss 5,5 Kronen tiefer als am Vortag bei 195,50 skr. Rivale Nokia verlor elf Kronen auf 485,5 skr. Einen Aufschwung werde es erst nach den am Freitag erwarteten Quartalszahlen von Ericsson geben, hieß es.

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