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29.01.2001

00:05 Uhr

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Die falsche Fassade in der neuen Welt der Telekommunikation

VonJann Ohlendorf

Die Telekommunikationsunternehmen versprechen uns dank GPRS und UMTS schnellen Zugriff auf Informationen und Daten. Woher die Inhalte kommen sollen, sagen sie bislang nicht.

Das Weltwirtschaftsforum in Davos hat Telekom-Chef Ron Sommer mal wieder genutzt, um der Presse nahe zu bringen, warum im Mobilfunkmarkt einige Konkurrenten schlechter da stehen als der Ex-Monopolist mit seiner Tochter T-Mobil. Wer bislang keine Kundenbasis hat, wird sich schwer tun, plötzlich mit UMTS-Diensten Millionen zu begeistern, meint Sommer, und da hat er sicherlich Recht. Für Mobilcom und Telefonica wird sich der Markteintritt zu einer besonderen Herausforderung entwickeln. Was der Manager gleichwohl unterschlägt, ist: Kundenbeziehungen haben die etablierten Netzbetreiber, Vodafone, Telekom, E-Plus und Viag Interkom aufgebaut, große Erfahrung mit Inhalten und Dienstleistungen rund um mobile Dienste aber fehlen auch ihnen.

Mit WAP haben sie zwar erste Ausflüge in die neue Welt unternommen, bei der neben Sprache zunehmend auch Inhalte über die Mobilfunknetze verbreitet werden, aber so richtig heimisch geworden sind sie in der Multimediawelt noch nicht. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr. Schon bei der Einführung neuer GPRS-Dienste werden sie überzeugende Inhalte und Anwendungen bieten müssen.

Die Zwangslage der Giganten könnte sich zu einer echten Chance für die mit Wagniskapital finanzierten Startups entwickeln. Auch ihnen läuft die Zeit davon. Anders als bei der Telekom, die nur unter einem miesen Börsenkurs zu leiden hat, geht es bei nicht wenigen von ihnen um die Existenz. Diejenigen, die zu früh auf WAP gesetzt haben, kämpfen bereits ums überleben.

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