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25.01.2003

18:05 Uhr

Die Friedensbewegung marschiert wieder

Tausende demonstrieren gegen Irak-Krieg

Mehr als 10 000 Menschen haben am Samstag in Deutschland gegen einen Krieg im Irak demonstriert. Zu den Protesten hatten Friedensgruppen und Gewerkschaften aufgerufen. Allein in Köln forderten nach Polizeiangaben rund 10 000 Demonstranten eine friedliche Lösung des Konflikts.

HB/dpa KÖLN/LEIPZIG/GEILENKIRCHEN. Knapp 400 Menschen blockierten den NATO-Stützpunkt für die AWACS- Flugzeuge in Geilenkirchen bei Aachen. In Leipzig zogen rund 1000 Menschen von der Nikolaikirche zum US-Konsulat. Vor dem Hauptquartier der europäischen US-Streitkräfte (EUCOM) in Stuttgart versammelten sich etwa 30 Personen zu einer Mahnwache. Im oberpfälzischen Grafenwöhr demonstrierten am Rande des größten europäischen Truppenübungsplatzes der US-Armee in Europa knapp 100 Kriegsgegner. In Brandenburg fanden in mehrere Kirchengemeinden Aktionen für den Frieden statt.

Zu der nach Polizeiangaben friedlichen Demonstration in Köln hatten die Initiative "Kein Krieg im Irak" und der Deutsche Gewerkschaftsbund aufgerufen. Die Kölner Friedensinitiative wird von Bürgermeistern, Pfarrern, Gewerkschaftern und Vertretern der Showbranche unterstützt.

In Geilenkirchen riefen die Friedensaktivisten die deutschen AWACS-Besatzungen zur Befehlsverweigerung auf, falls sie bei einem Militärschlag gegen den Irak eingesetzt würden. Der geplante Einsatz von AWACS-Flugzeugen über der Türkei sei eine aktive Beteiligung an einem Angriffskrieg, sagte Armin Lauven von der katholischen Friedensbewegung Pax Christi (Bonn). Die Aufklärungsflugzeuge seien Flugleitzentralen, die unter anderem der Zielweitergabe für Bombenabwürfe im Irak dienten. Ein Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in AWACS-Flugzeugen sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht und das Grundgesetz.

In Geilenkirchen ist die AWACS-Flotte mit 17 Aufklärungsmaschinen stationiert. Etwa ein Drittel der Besatzung besteht aus deutschen Bundeswehrsoldaten. Kurz vor Beginn der friedlichen Demonstration hatte der NATO-Luftwaffenstützpunkt das Haupttor geschlossen. Zu einem Zwischenfall kam es, als drei Demonstranten auf das Dach des Flughafen-Empfangsgebäudes kletterten und ein Transparent mit der Aufschrift "Stoppt den Krieg gegen den Irak" ausrollten. Gegen die Männer wird nach Polizeiangaben wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

In Schwäbisch Gmünd versammelten sich mehrere hundert Menschen zu einer Demonstration gegen den Irak-Krieg. Zu den Protesten hatten der DGB und Friedensgruppen aufgerufen. In Berlin beteiligten sich an den Antikriegsdemonstrationen nur wenige Menschen. Zu einer Protestveranstaltung im Bezirk Prenzlauer Berg kamen nach Polizeiangaben knapp hundert Menschen.

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