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12.01.2004

17:38 Uhr

Die Medien nennen ihn „Lucky Luc"

Sucht nach Geschwindigkeit

VonHartmut Moheit

Der Franzose Luc Alphand gewann als Skifahrer WM-Bronze - jetzt fährt er bei der Rallye Dakar um den Sieg.

BERLIN. In diesem Sommer ist es sieben Jahre her, dass Luc Alphand seinen Eltern Josiane und Aimé den sehnlichsten Wunsch erfüllte: Er trat von der Bühne des alpinen Rennsports ab. Sie fanden den Skisport zu gefährlich. Inzwischen macht Luc Alphand etwas anderes: Er fährt bei der Rallye Dakar mit. Und hat Erfolg: Derzeit ist er im BMW Fünfter. Sein Motto lautet: "Ich habe das Geschwindigkeits-Chromosom."

Früher hatten seine Eltern jedesmal um ihren Jungen gezittert, wenn er zu einem alpinen Weltcup gefahren war. "Das Wichtigste ist für mich, dass er unten ankommt, nicht das Ergebnis", sagte seine Mutter damals immer wieder. Mit 140 Kilometer pro Stunde die Piste in Kitzbühel herunterzurasen, das sei doch Wahnsinn. Deshalb war sie lange Zeit jedesmal im Wald spazieren gegangen, wenn ihr Luc startete. Besonders schlimm wurde es für die besorgte Mutter, nachdem die Österreicherin Ulrike Maier 1994 auf der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen tödlich verunglückt war. Dort war auch Luc Alphand schwer gestürzt - ohne sich ernsthaft zu verletzen. "Da habe ich zu ihm gesagt, dass ich Angst habe", wurde sie damals zitiert.

Erst in den letzten drei Jahren seiner Karriere als alpiner Rennfahrer schaute sie ab und zu eine Fernsehübertragung an. "Es war unerträglich", sagte sie 1997, als alles überstanden schien. Dass ihr Sohn in seiner Freizeit mit schnellen Autos unterwegs war, sogar schon Schnee-Rallyes und andere Rennen bestritt, verdrängte sie offenbar. Schließlich hatte er ihr gesagt: "Die Familie ist mir wichtiger als Erfolg und Ruhm." Das ließ sie auf ruhigere Zeiten hoffen. Vergeblich.

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