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07.06.2000

16:18 Uhr

Die meisten Einzelhändler lehnen E-Commerce ab

Unternehmen in NRW haben kaum Interesse an E-Commerce

Nur jedes zehnte Unternehmen dem elektronischen Handel einen hohen Stellenwert zu. Erst in wenigen Branchen wie Automobilindustrie und Elektrotechnik hat sich der neue Geschäftsbereich etabliert.

vwd DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälischen Unternehmen engagieren sich nur wenig im E-Commerce. Das ergab eine Umfrage unter 470 mittleren und großen Betrieben aus Industrie, Baugewerbe und Handel, die am Mittwoch die Landeszentralbank in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vorstellte. Demnach weist nur jedes zehnte Unternehmen dem elektronischen Handel einen hohen Stellenwert zu. Erst in wenigen Branchen wie Automobilindustrie und Elektrotechnik hat sich der neue Geschäftsbereich etabliert. Dagegen hinkten die meisten Unternehmen anderer Branchen der Entwicklung im Internet hinterher, sagte der LZB-Vizepräsident Friedel Fleck.

Trotz der geringen Geschäftstätigkeit im E-Commerce sehen der Studie zufolge aber viele Firmen das Internet als wichtiges zukünftiges Geschäftsfeld an. Ein Viertel wolle in E-Commerce investieren. Bei den Investitionen nimmt die Elektrotechnik die Spitze ein, gefolgt von metallverarbeitendem Gewerbe, Chemie und Maschinenbau. Die Kfz-Industrie setzt besonders auf elektronische Marktplätze im "B2B"-Handel der Unternehmen untereinander. Größere Handelskonzerne sehen dort ebenfalls Chancen. Sie nutzen elektronische Bestellsysteme, da durch Filialnetze schnelle Lieferungen möglich sind.

Die meisten Einzelhändler lehnen E-Commerce aber ab, da sich hohe Transportkosten nicht rentierten. Die Betriebe begründen ihre Zurückhaltung beim elektronischen Vertrieb mit zu geringen Service- und Beratungsmöglichkeiten sowie schlechter Kundenanbindung. Recherche und Marktbeobachtung sind die Bereiche, die im Internet genutzt werden. Wenige haben elektronische Plattformen in das Bestellwesen, bei Ausschreibungen, in der Lieferkontrolle oder bei der Bezahlung integriert. B2B-Anwender beschränken sich bei elektronischen Bestellungen bisher meistens auf die Beschaffung von einfachen Materialen wie Arbeitskleidung und Bürobedarf.

Das neue Medium habe sich bisher nicht positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt, sagte Fleck. Die Erwartungen seien eher entäuscht worden. Härterer Konkurrenzkampf im Bereich Neue Medien sowie verbesserte Abläufe in Produktion, Versand und Verkauf durch elektronische Plattformen könnten sogar Arbeitsplätze gefährden.



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