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05.01.2001

15:34 Uhr

Die Stundenlöhne stiegen durchschnittlich um 0,4 Prozent

US-Arbeitslosenzahlen blieben konstant

Die Arbeitsmarktdaten in den USA haben im Dezember keine klare Bestätigung des Trends einer deutliche Konjunkturverlangsamung erbracht.

Reuters WASHINGTON. Außerhalb der Landwirtschaft seien 105 000 Stellen neu geschaffen worden, nach revidiert 59 000 im Vormonat, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,0 % unverändert. Obwohl die Stundenlöhne um 0,4 % weiter relativ stark anstiegen und damit mögliche Inflationsgefahren signalisierten, gehen viele Analysten von bevorstehenden weiteren Zinssenkungen durch die US-Notenbank aus. Die Märkte zeigten sich von den Zahlen irritiert. Der Euro gab kurzzeitig um einen halben US-Cent unter 0,95 $ nach und fiel nach einer kurzen Erholung wieder zurück. US- Staatsanleihen drehten ins Minus.

Von Reuters befragte Analysten hatten ursprünglich mit einem Stellenzuwachs von 102 000 bei einem gleichzeitigen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,1 % gerechnet. Nachdem die US-Notenbank Fed am Mittwoch jedoch überraschend den Schlüsselzins um 0,5 Basispunkte auf 6,0 % gesenkt hatte, war an den Märkten über ein deutlich schwächeres Ausfallen der Arbeitsmarktdaten und mögliche weitere Zinssenkungen spekuliert worden.

Commerzbank rechnet mit weiterem Sinken der US-Zinsen

Obwohl die Zahlen nicht schlecht ausgefallen seien, rechnet Barbara Lamprecht, Volkswirtin bei der Commerzbank, mit weiteren Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Die konjunkturellen Gefahren würden überwiegen, so dass mit weiteren Senkungen zu rechnen sei. Die Zinspolitik der EZB werde davon aber nicht beeinflusst. "Die EZB verfolgt eine unabhängige Politik und wird ihr Augenmark primär auf Euroland richten. Da hier die Wirtschaft immer noch robust ist, rechnen wir mit keinem Zinsschritt der EZB", sagte die Volkswirtin.

Auch Volkswirte amerikanischer Banken rechnen im Prinzip weiter mit Zinssenkungen in den USA. Problematisch sei jedoch die Entwicklung der Stundenlöhne. "Ein Grund zur Sorge sind die Stundenlöhne", sagte Scott Brown, Chefvolkswirt bei Raymond James and Associates. "Das könnte einige der Fed-Offiziellen etwas zögerlicher stimmen, die Zinsen in den nächsten Monaten zu senken.

Die Märkte zeigten sich von den US-Zahlen irritiert. Der Euro gab kurzzeitig auf Kurse von 0,9467 $ nach, erholte sich jedoch schnell. Gegen 15.00 Uhr MEZ notierte der Euro sogar wieder mit Kursen von 0,9550/52 bevor er erneut unter 0,95 $ abrutschte. Die US-Treasuries drehten ebenfalls in negatives Terrain.

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