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26.07.2000

17:20 Uhr

Die Vorgaben sind in einem Zwischenbericht für ein nationales Klimaschutzprogramm enthalten.

Bundesregierung macht Vorgaben für Abbau des Kohlendioxidausstoßes

dpa HANNOVER. Mit genauen Vorgaben für private Haushalte, Wirtschaft und Verkehr zum Abbau des Kohlendioxidausstoßes will die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele verwirklichen. Bis 2005 sollen die klimaschädlichen CO2-Emissionen um zusätzlich 50 bis 70 Mill. Tonnen verringert werden, kündigte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Mittwoch in Hannover an. Eine Einsparung von 15 bis 20 Mill. Tonnen müsse im Verkehrsbereich erbracht werden. Die privaten Haushalte und der Gebäudebereich müssten mit 18 bis 25 Mill. Tonnen beitragen, die Energiewirtschaft und die Industrie mit 20 bis 25 Mill. Tonnen.

Mit diesen zusätzlichen Maßnahmen will die Bundesregierung laut Trittin die Selbstverpflichtung erfüllen, bis 2005 die Kohlendioxidemissionen gegenüber 1990 um 25 % zu reduzieren. Bis Ende 1999 sei bereits eine Reduzierung von 15 % oder 180 Mill. Tonnen erreicht worden. "Wir sind damit weit vor vielen unserer europäischen Nachbarstaaten", sagte Trittin. Deutschland habe fast doppelt so viel eingespart wie der Rest der Europäischen Union zusammen. Ohne zusätzliche Maßnahmen lasse sich das 25-Prozent-Ziel allerdings nicht erreichen. "Wenn wir nichts mehr tun würden, wären wir im Jahr 2005 ungefähr bei 20 %."

Die Vorgaben sind in einem Zwischenbericht für ein nationales Klimaschutzprogramm enthalten, den das Bundeskabinett am Mittwoch während seiner Sitzung auf dem Expo-Gelände in Hannover gebilligt hat. Trittin räumte ein, das Ausarbeiten der Vorgaben sei angesichts der gegensätzlichen Interessen der einzelnen Ressorts "kein einfacher Prozess" gewesen.

Energiegewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung soll ausgebaut werden



Erreichung der neuen CO2-Einsparziele soll Trittin zufolge die Energiegewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung stark ausgebaut werden. Dabei werde sowohl auf den kommunalen wie auf den industriellen Bereich gesetzt. Allein diese Maßnahme solle eine zusätzliche Kohlendioxidminderung von zehn Mill. Tonnen bis 2005 bringen.

Bis zum Spätsommer 2001 solle eine Energieeinsparverordnung verabschiedet werden, die neue Standards für Neubauten setzt. Für die energiemäßige Sanierung von Altbauten werde der Bund ein "Anreizprogramm" auflegen. Dabei könnten zum Beispiel zur Isolierung von Altbauten Kredite mit einem um zwei Prozentpunkte verringerten Zinssatz abgerufen werden. Das Programm solle möglichst noch in diesem Jahr auf die Beine gestellt werden. Es werde ein Volumen von rund 550 Mill. DM jährlich haben. Die Maßnahmen bei der Kraft- Wärme-Kopplung und bei Alt- und Neubauten können nach Trittins Einschätzung zugleich bis zu 250 000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die CO2-Minderung im Verkehrsbereich soll dem Umweltminister zufolge durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen gelingen. Dazu zähle die Einführung schwefelarmer oder schwefelfreier Kraftstoffe ebenso wie der Einsatz verbrauchsärmerer Automotoren. Durch die entfernungsabhängige Maut für Lastwagen solle der Trend zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße gestoppt werden. Die Durchsetzung leichter laufender Reifen solle ebenso zum CO2-Abbau beitragen wie eine verbrauchsbewusstere Fahrweise der Autofahrer. dpa sl yyni gr

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