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28.01.2001

13:41 Uhr

Die Welt ist weit entfernt von einer Rezession

Davos: Weltwirtschaft wird sich verlangsamen

Stanley Fischer, stellvertretender Direktors des Internationale Währungsfonds (IWF), sagte am Samstag, das Weltwirtschaftswachstum könne im laufenden Jahr auf rund 3,5 % von 4,2 % senken. Die Welt sei allerdings weit entfernt von einer Rezession.

Reuters DAVOS. "Wir sind noch weit weg von einer globalen Rezession", sagte er. Das Wachstum liege immer noch über den Anfang der 80er-Jahre gesehenen Raten. Er rechne mit einer Belebung des US-Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte, sagte Fischer weiter. Für das Gesamtjahr gehe er von einer Wachstumsrate in den USA von 2,5 % aus.

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum steht im Schatten einer sich verlangsamenden globalen Konjunktur, nachdem sich das US-Wirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten deutlich abgeschwächt hatte.

Die japanische Wirtschaftsproduktion dürfte sich im vierten Quartal 2000 leicht abgeschwächt haben, sagte Fischer weiter. Die USA befänden sich im Vergleich zu Japan in der "glücklichen Lage", die Zinsen weiter senken zu können. Die realen Zinsen in den USA seien derzeit nicht ungewöhnlich niedrig gemessen an historischen Standards. "Denken Sie daran, dass sie (die USA) noch weitere 400 bis 500 Basispunkte Spielraum haben, wenn es absolut notwendig wird. Ich denke aber, dass das nicht nötig sein wird. Ich sehe das nicht als eine große Gefahr", fügte Fischer hinzu. Er habe die Zinssenkung der US-Notenbank zu Anfang Anfang Januar begrüßt.

Der ehemalige US-Finanzminister Laurence Summers sagte, Japan könne kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreichen, solange es nicht seine Geld- und Fiskalpolitk umstelle. Eine Restrukturierung im japanischen Unternehmenssektor würde für sich allein nicht ausreichen. Ohne Veränderung der monetären und finanziellen Bedingungen, die die Grundlage für einen nominalen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) bildeten, sei es nicht wahrscheinlich, dass die Nachfrage deutlich belebt werden könne.

Der Yen wird nach den Worten des stellvertretenden Finanzministers Japans Haruhiko Kuroda nicht deutlich an Wert verlieren. "Ich bin zuversichtlich, dass es keinen starken Rückgang des Yen geben wird und dass es nicht zu einer Krise wie einem Crash bei den japanischen Staatsanleihen kommen wird", sagte Kuroda. Die Dezember-Prognosen von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 % im bis Ende März laufenden Fiskaljahr und von 1,7 % im nächsten Fiskaljahr seien "auf der konservativen Seite". Dem japanischen Unternehmenssektor gehe es "recht gut", bis zum Ende des Fiskaljahres dürften Unternehmensgewinne um rund 15 % steigen. Die Ausgaben der privaten Haushalte blieben allerdings weiterhin verhalten. Die steuerliche Konsolidierung werde eine der obersten Prioritäten der japanischen Regierung sein, fügte Kuroda hinzu.

Die europäische Wirtschaft dürfte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zufolge in diesem Jahr mit einem Anstieg von rund 3 % das globale Wirtschaftswachstum unterstützten. Zwar sei die Weltwirtschaft mehr Risiken als noch vor einem Jahr ausgesetzt, sollte sich jedoch der Ölpreis auf dem Niveau der vergangenen Wochen stabilisieren, sei dies ein "großer Gewinn" für die Weltwirtschaft. "Ich bin mir sicher, die OPEC ist sich ihrer Verantwortung bewusst", sagte Eichel. "Europa wird 2001 mit einem Wachstum von rund drei Prozent eine positive Auswirkung auf die Weltwirtschaft haben.

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