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01.02.2002

00:00 Uhr

Digitalisierung aller Geschäftsprozesse

eBusiness bleibt aktuell

Die dabei anfallenden Daten können auch mobil abgerufen werden - nach Möglichkeit aber nur von den dazu Berechtigten. Damit haben sowohl offene Standards wie das Dokumentenformat XML als auch Sicherheitsfragen eine zentrale Bedeutung im E-Business.

WiWo/ap FRANKFURT. Die zählbaren Erfolge von eBusiness sind im vergangenen Jahr hinter den hohen Erwartungen und Prognosen der Marktforscher zurückgeblieben. Den Trend zum eBusiness kann die Dot-Com-Krise mit dem Zusammenbruch zahlloser Internet-Unternehmen aber kaum aufhalten.

Allgemein überwiegt die Einschätzung, dass man ohne eine Weiterentwicklung der elektronischen Vertriebswege und internen Abläufe von der internationalen Konkurrenz bestraft und von der Globalisierung überrollt wird. Die Marktforscher von Forrester Research erwarten, dass bis 2005 zwei Drittel aller Kaufvorgänge zwischen Unternehmen online abgewickelt werden.

Von den mittelständischen Unternehmen in Deutschland mit bis zu 500 Beschäftigten sind nach einer Studie des Branchendienstes silicon.de aber mehr als 60 Prozent noch nicht ins eBusiness eingestiegen. Auf der Cebit treffen sich die Erwartungen der Unternehmen mit neuen Angeboten der Software-Häuser für eine optimale Digitalisierung der Geschäftsprozesse.

Besonders im Trend liegt die Gestaltung von "Supply Chains" - das sind Wertschöpfungsketten mit Stufen wie Zulieferern, Produktion, Marketing, Vertrieb, Support und Lösungsanbietern. Der richtigen Organisation solcher Ketten widmet sich eine besondere Gattung von Software unter dem Schlagwort "Supply Chain Management". Das kann etwa in Gestalt von elektronischen Märkten geschehen, die für eine Vielzahl von Branchen wie Pilze aus dem Boden geschossen sind.

Im Massengeschäft setzen Unternehmen zunehmend Software-Produkte für das "Customer Relationship Management" (CRM) ein. Hier werden mit Hilfe riesiger Datenbanken charakteristische Muster von bestimmen Kundendaten erzeugt, die für die Entwicklung neuer Produkte oder Erschließung neuer Kundengruppen genutzt werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Empfehlung des Online-Shops Amazon, dass Kunden, die Produkt A bestellt haben, häufig auch an Produkt B interessiert waren.

Innerhalb eines Unternehmens werden die Funktionen von ERP-Software immer ausgefeilter - das Kürzel steht für "Enterprise Resource Planning" und bezeichnet die gesamte Verwaltung betriebswirtschaftlicher Prozesse. Das Internet wird hier genutzt, um an jedem Ort und zu jeder Zeit auf Firmendaten zugreifen und Geschäftsvorgänge auslösen zu können. Die beiden Platzhirsche der ERP-Branche sind SAP in Walldorf (Halle 4) mit der eBusiness-Plattform mySAP.com und der kalifornische Datenbankspezialist Oracle (Halle 4, Stand A58) mit seiner "eBusiness Suite".

Für die Pflege der eigenen Dokumente im firmeneigenen Intranet wie auf der Web-Site sorgt das "Content-Management". In diesem Bereich geht der Trend klar zu XML: Mit der "Extensible Markup Language" können Dokumente so strukturiert werden, dass Web-Anwendungen für vielfältige Aufgaben verwenden können.

Langsamer als erwartet kommt hingegen das "Application Service Providing" (ASP) in Gang, die Bereitstellung von Software-Funktionen über das Internet. IBM (Halle 1, Stand 4G2) hat das Konzept auf die Hardware erweitert und stellt auf der Cebit erstmals sein Konzept vom "Grid Computing" vor: Hier können über globale Netze auch Rechenleistung oder Speicherplatz abgerufen werden. Ziel ist das "eBusiness on Demand", bei dem "Kunden auf IT-Infrastruktur und Anwendungen so selbstverständlich und flexibel zugreifen können wie beispielsweise auf Elektrizität und Wasserkraft".

Zu den am ärgsten gebeutelten Unternehmen der Dot-Com-Krise von 2001 gehörten die Anbieter von Software-Lösungen für die Organisation von Online-Shops. Der einstige Branchenüberflieger Intershop (Halle 7, Stand A14) setzt hier weiter auf seine eCommerce-Komplettlösung Enfinity, die unter anderem bei den Online-Shols von Otto, Tchibo und BOL im Einsatz ist.

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