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26.01.2001

13:02 Uhr

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DIHT fordert gesteuerte Einwanderung gegen Fachkräftemangel

Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) hat eine am Bedarf der Unternehmen ausgerichtete Einwanderungspolitik gefordert. Bei der Vorstellung einer Studie über die Zukunftsperspektiven der deutschen Industrie sagte DIHT-Vizepräsident Frank Niethammer am Freitag in Bonn, als Hauptengpass zeichne sich zunehmend ein Fachkräftemangel ab. Das werde die von der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth geleitete Einwanderungskommission der Bundesregierung zu beachten haben.

ap BONN. Um dem Fachkräftemangel abzuhelfen, reichen nach Einschätzung des DIHT bildungspolitische Maßnahmen allein nicht aus. Deshalb sei ein am Bedarf von Wirtschaft und Gesellschaft orientiertes Einwanderungsgesetz nötig. Die Einwanderungskontingente sollten kontinuierlich den Veränderungen am Arbeitsmarkt angepasst werden. Qualifizierte Einwanderer und ihre Familien bräuchten die Perspektive eines unbefristeten Aufenthalts. Ausländerfreundlichkeit, Integrationsbereitschaft und attraktive Rahmenbedingungen seien Kennzeichen eines attraktiven Einwanderungslandes.

Zukunftschancen der Industrie optimistisch beurteilt

Insgesamt beurteilt der DIHT die Zukunftsaussichten der Industrie in Deutschland günstig. Bei der Produktion höherwertiger technischer Sachgüter hätten die deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich immer noch Vorteile. Das liege besonders daran, dass sie in den letzten Jahren die Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen und Globalisierung im Wesentlichen erfolgreich erledigt hätten, wenn auch noch weitere Schritte nötig seien.

Der DIHT mahnte allerdings auch weitere Verbesserungen bei den staatlichen Rahmenbedingungen an. Nötig seien mutige Entscheidungen nicht für neue Subventionen, sondern vor allem für Deregulierung und mehr Flexibilisierung, erklärte Niethammer.

Der DIHT-Vizepräsident nahm die Schulen und Hochschulen gegen Kritik in Schutz. Die nötigen Umstrukturierungen seien dort im Gang. Der DIHT hätte diese Veränderungen gerne schneller und fordere eine engere Verbindung von Forschung und Praxis. Deutschland sei aber im Vergleich mit anderen Ländern, "nicht absolut Not leidend", was die Bildung angehe.



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