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30.07.2000

18:00 Uhr

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DIHTsieht auch Aufhellung am Arbeitsmarkt

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland erfasst nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) zunehmend den Arbeitsmarkt. Die kräftige Belebung der jüngsten Zeit werde sich in den kommenden Monaten fortsetzen, ergab die am Sonntag veröffentlichte Frühsommer-Umfrage des DIHT.

Reuters BERLIN. Die Binnennachfrage gewinne gegenüber dem bisherigen Wachstumsmotor Export immer mehr Bedeutung, so der DIHT-Bericht. Ein Impuls komme von der jüngst beschlossenen Steuerreform. Der Anteil der Firmen, die einen Personalabbau planten, sei so gering wie seit zehn Jahren nicht mehr. Auch in Ostdeutschland zeichne sich eine Besserung ab.

"Die Konjunktur hat im Frühsommer 2000 einen weiteren Gang zugelegt", folgerte der DIHT aus einer Umfrage unter 15 000 Unternehmen in allen wichtigen Wirtschaftszweigen. Gegenüber der letzten DIHT-Umfrage im Februar stieg die Zahl der Firmen, die ihre Geschäftslage als gut bezeichneten weiter an. Dabei sei die Lagebeurteilung in der Industrie am Besten gewesen. Unter den Regionen sah es im Süden des Landes am Positivsten aus. Bei der Beurteilung der Perspektiven für die nächsten Monate nahm der Anteil derer, die eine Verschlechterung erwarten, deutlich ab.

Die Erwartung einer florierenderen Inlandsnachfrage bei einem leichten Nachlassen der Exportdynamik ist nach Angaben des DIHT auch auf die beschlossene Steuerreform zurückzuführen. Ihre volle und breite Wirkung werde die Reform im kommenden Jahr entfalten. Alllerdings sei das Anziehen der Investitionen in der deutschen Wirtschaft derzeit noch verhalten.

"Leichte Sorge" bereiteten die zuletzt wieder etwas höheren Preissteigerungsraten, hieß es weiter im DIHT-Bericht. Daraus ergebe sich das Risiko für die Konjunktur, dass - womöglich ausgehend von den USA - die Geldpolitik restriktiver gestaltet werden könnte. Insgesamt bewerteten die Firmen aber die Konjunkturrisiken als eher gering, hieß es.

Der Aufschwung verbessere auch die Lage am Arbeitsmarkt nachhaltig. "Sogar im Osten Deutschlands sind Aufhellungen der Beschäftigungspläne spürbar", hieß es im DIHT-Bericht. Der Anteil der deutschen Firmen, die einen Personalabbau planten, sei deutlich gesunken. In der Umfrage hätten nur noch 17 (im Februar 22) Prozent der Befragten angegeben, sie planten Personalreduzierungen. Das sei der geringste Wert seit der Wiedervereinigung. Nach dem Bereich Dienstleistungen ziehe nun die Industrie bei der Beschäftigung an. Ebenfalls die Industrie sei es, die im Osten die Hoffnung auf eine Verbesserung am Arbeitsmarkt nähre.

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