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23.01.2003

11:31 Uhr

Diplomaten auf Tour

Irak ruft Nachbarn zur Einflussnahme auf USA auf

Zum Auftakt einer Konferenz seiner Nachbarstaaten und Ägyptens hat Irak die Länder am Donnerstag aufgefordert, ihren Einfluss auf die USA geltend zu machen und einen Militärschlag zu verhindern.

Reuters ISTANBUL. "Die Länder des Istanbuler Treffens haben alle freundliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten", sagte der irakische Botschafter Talip Abid Salih el Dulejmi im türkischen Fernsehen. "Wir wollen, dass sie diese Beziehungen dafür nützen, die USA von ihrem Vorhaben eines Militärschlags abzubringen." Auf Einladung der Türkei treffen sich in Istanbul Syrien, Jordanien. Saudi-Arabien und Iran mit dem in der Region einflussreichen Ägypten, um über Wege zur Verhinderung eines Irak-Krieges zu diskutieren. Am Abend will sich Bundesaußenminister Joschka Fischer persönlich in Istanbul über die Ergebnisse der Konferenz informieren.

Unter Hinweis auf die von den USA erbetenen militärischen Hilfen sagte der irakische Botschafter weiter: "Die Türkei ist ein starkes Land. Es könnte die US-Anfragen zurückweisen." Die USA verhandeln derzeit mit Türkei um die Stationierung einer umfangreichen Truppe im Norden Iraks, um eine Front im Süden des Landes zu entlasten. Presseberichten zufolge, will die Türkei lediglich 15 000 Soldaten zulassen, erbeten sei aber eine Stationierung von bis zu 80 000.

Die Nachbarn Iraks und Ägypten fürchten weit reichende Konsequenzen eines Krieges für die gesamte Region, und zwar in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht. Experten sagen, ihre Möglichkeiten, einen Militärschlag zu verhindern seien gering. Die Konferenz zeige jedoch den mehrheitlich gegen einen Krieg eingestellten Bevölkerungen der Teilnehmerstaaten, dass ihre Regierungen sich gegen einen Militärschlag einsetzen.

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