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08.06.2000

11:39 Uhr

"Diskussionen an delikatem Punkt"

Hyundai würde gerne mit DaimlerChrysler Daewoo übernehmen

Südkoreas größter Autohersteller Hyundai Motor Co schmiedet an einer Allianz mit DaimlerChrysler für ein gemeinsames Gebot für den angeschlagenen Konkurrenten Daewoo Motor.

dpa SEOUL. Ein Hyundai-Sprecher wollte jedoch am Donnerstag Zeitungsberichte nicht kommentieren, wonach eine Einigung mit dem deutsch-amerikanischen Konzern kurz bevor stehe. Die Tür für eine strategische Partnerschaft sei auch noch für andere ausländischen Autokonzerne offen.

"Sämtliche Diskussionen darüber befinden sich derzeit an einem delikaten Punkt", sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Die koreanische Zeitung "Korea Herald" berichtete unter Berufung auf Industriekreise, Hyundai und DaimlerChrysler wollten gemeinsam bei der bevorstehenden Auktion für die überschuldete Daewoo Motor Co bieten. Die Verhandlungen über die Aufteilung der koreanischen und ausländische Produktion Daewoos stünden kurz vor dem Abschluss. Aus anderen Quellen hieß es, Hyundai zudem bereit, zehn Prozent seines Aktienkapitals an DaimlerChrysler oder einen anderen ausländischen Partner abzutreten.

Hyundai Motor Co hatte in der Vergangenheit wiederholt die Notwendigkeit einer Allianz mit einem weltweit tätigen Autohersteller betont. Hyundai verfügt zusammen mit Kia Motors, das 1998 übernommen wurde, über mehr als 70 Prozent der Marktanteile in Südkorea.

Neben den US-Konzernen General Motors und Ford sowie DaimlerChrysler und Fiat meldete auch Hyundai sein Interesse am Bieterverfahren für Daewoo an. Die Regierung in Seoul sprach sich allerdings gegen eine Übernahme Daewoos und dessen Schwesterfirma SsangYong Motor durch einen koreanischen Hersteller aus.

Daewoo verfügt über eine weltweite Produktionskapazität von mehr als zwei Mill. Fahrzeugen. Seine Verbindlichkeiten werden mit 18,6 Billionen Won (fast 34,2 Mrd. DM) beziffert. Die Übernahme Daewoos wird als Gelegenheit für ausländische Unternehmen gesehen, ihre Position in Asien zu stärken und sich besseren Zugang zum quasi abgeschotteten koreanischen Markt zu verschaffen.

Nach Ansicht von Experten wäre DaimlerChrysler der ideale Partner für Hyundai. Der Stuttgarter Autohersteller übernimmt 34 Prozent des japanischen Mitsubishi-Konzerns und ist damit auch indirekt an den Südkoreanern beteiligt. Mitsubishi hält seinerseits an Hyundai Motor knapp fünf Prozent der Aktien.

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