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29.01.2001

19:00 Uhr

Disney zeigt Interesse an Muppets-Show

Kirch will weiter mit EM.TV verhandeln

Die Kirch-Gruppe lässt beim angeschlagenen Medienunternehmen EM.TV nicht locker. Darum werden die exklusiven Verhandlungen um den Einstieg bei dem Rechtehändler wahrscheinlich bis Ende Februar verlängert.

cbu MÜNCHEN. Urspünglich hatten sich beide Parteien eine Frist bis zum morgigen Mittwoch gesetzt, um den geplanten Einstieg von Kirch perfekt zu machen. Ein Sprecher der Kirch-Gruppe teilte mit, er gehe davon aus, dass die Frist für exklusive Gespräche mit EM.TV verlängert werde. Eine automatische Verlängerung ist offenbar im "Memorandum of Understanding", dass beide Unternehmen Anfang Dezember geschlossen hatten, vorgesehen. Auch ein Sprecher von EM.TV bezeichnete eine Verlängerung der Frist als möglich.

Die Gespräche zwischen EM.TV und Kirch waren zuletzt ins Stocken geraten. Insbesondere Herbert Kloiber, Chef der Tele-München-Gruppe, an der EM.TV mit 45 % beteiligt ist, will den Einstieg seines "Erzfeindes" Leo Kirch bei EM.TV verhindern. Kloiber soll ein Gegenangebot planen. EM.TV-Chef Thomas Haffa hatte Kirch jedoch exklusive Gespräche zugesichert.

Im Kern geht es bei dem Ringen um EM.TV um die milliardenschwere Beteiligung an der Formel 1-Holding SLEC. Derzeit hält EM.TV 50 % an der SLEC. Kirch will für rund 500 Mill. $ 49 % an diesem Paket übernehmen. Bis Ende Februar hat EM.TV eine Option, weitere 25 % an der SLEC für rund eine Mrd. $ zu übernehmen. Im Falle des Einstiegs könnte die Kirch-Gruppe diese Option wahr nehmen.

Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass die Kirch-Gruppe EM.TV bei einem Einstieg ausschlachten könnte. So berichtet die "Financial Times", der US-Konzern Disney habe Interesse an einer Übernahme der Jim-Henson-Gruppe. EM.TV hatte das Unternehmen aus Los Angeles, das zuletzt deutliche Verluste erwirtschaftete, Anfang 2000 für rund 680 Mill $ übernommen. Auch damals war angeblich schon Disney an den Erfindern der legendären "Muppets-Show" interessiert, doch der Preis, den Haffa zahlte, erschien den Amerikanern als zu hoch.

Jim Henson hatte in den ersten neun Monaten 2000 bei einem Umsatz von 116 Mill. DM im laufenden Geschäft einen Verlust von 40,5 Mill. DM erwirtschaftet.

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