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28.01.2003

17:42 Uhr

Disqualifikation und Finanzprobleme

Neue Aufregung um Grand Prix

Aufregung um den traditionsreichen europäischen Musikwettbewerb Grand Prix: Wegen Finanzproblemen ist das Finale in der lettischen Hauptstadt Riga gefährdet. Außerdem gab es Ärger um die polnische Band Ich Troje, die kurz vor der Disqualifikation stand.

HB/dpa RIGA/HAMBURG. Da die Gruppe bereits als Sieger des polnischen Vorentscheids für das Grand-Prix-Finale qualifiziert ist, überlegten die Eurovisions-Verantwortlichen, sie vom deutschen Wettbewerb auszuschließen, um einen möglichen Doppelstart der Gruppe zu verhindern. Doch der verantwortliche NDR will die Band auf jeden Fall am 7. März in Kiel beim deutschen "Countdown Grand Prix Eurovision 2003" antreten lassen, wie am Dienstagabend verlautete.

"Wir danken dem NDR für die Unterstützung und die Möglichkeit, auch im deutschen Fernsehen mit einem Song für die deutsch-polnische Freundschaft einzutreten", sagte Bandleader Michael Wisniewski, dessen Gruppe am Samstag mit dem Song "Keine Grenzen" den polnischen Vorentscheid gewonnen hatte. Sollte die Band mit dem Lied "Liebe macht Spaß" auch den deutschen Wettbewerb gewinnen, werde sie im Falle eines negativen Eurovision-Beschlusses gemeinsam mit den Grand- Prix-Verantwortlichen des polnischen Fernsehens und des NDR entscheiden, für welches Land sie antritt. Der Zweitplatzierte des anderen Landes würde dann nachrücken. In Deutschland war bereits der Kandidat Joachim Deutschland wegen "Geschmacklosigkeiten" vom NDR aus dem ehemals 15 Teilnehmer starken Bewerberfeld ausgeschlossen worden.

Auch hinter dem Finalort Riga steht derzeit ein Fragezeichen. Das Finale um die Krone der europäischen Popmusik ist ursprünglich für den 24. Mai in der lettischen Haupstadt geplant. Weil Riga aber große Haushaltsprobleme habe, wolle man versprochene Mittel zurückziehen, sagte der Sprecher der Rigaer Stadtrats, Guntars Kukuls, auf Anfrage und bestätigte damit Meldungen einheimischer Medien. Von Seiten der federführenden Eurovision hieß es, dadurch könnten bisherige Vereinbarungen hinfällig werden. Eine Verlegung des Finales sei nicht auszuschließen.

Bislang wollte die baltische Metropole 670 000 Lats (1,1 Mill. ?) für ein kulturelles Programm rund um die Schlagernacht aufwenden. Auch der Unterhaltungschef des NDR, Jürgen Meier-Beer, sah offene Fragen, sagte aber weiter: "Geldprobleme sind in den kleinen Ländern normal. Bisher wurden sie immer in letzter Minute gelöst."

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