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22.01.2003

08:38 Uhr

Dividende bleibt stabil

Gewinneinbruch bei Tui im Krisenjahr 2002

Europas größter Touristikkonzern Tui hat auf Grund der Reisekrise im vorigen Jahr deutliche Einbußen bei Umsatz und Ergebnis erlitten. Für 2003 sieht der Konzern derzeit erhebliche Unsicherheiten durch die schwache Konjunktur und die Irak-Krise. Die TUI-Aktie verlor zu Handelsbeginn vier Prozent.

Reuters HANNOVER. Nach vorläufiger Berechnung ging der Umsatz nach Angaben vom Mittwoch um gut zehn Prozent auf etwa 20 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis des Konzerns vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) fiel dagegen mehr als doppelt so stark um fast 25 Prozent auf rund 600 Millionen Euro. Damit liegt das Ergebnis deutlich unter den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die zwischen 677 Millionen und 801 Millionen Euro erwartet hatten. Dennoch soll die Dividende auf Vorschlag des Vorstandes stabil bei 0,77 Euro bleiben.

Bezogen auf den Umsatz hat Tui nach eigenen Angaben die bislang schwerste Krise in der Touristik verhältnismäßig gut bewältigt. Bereinigt um die 2001 verkaufte Sparte Gebäudetechnik sei der Konzernumsatz nur um vier bis fünf Prozent zurückgegangen. Auch im Touristik-Geschäft würden sich die Einbußen in dieser Größenordnung bewegen.

Bezogen auf den Einbruch des Konzernergebnisses machte der Konzern keine weiteren Angaben zur Entwicklung in der Touristik oder den anderen Sparten Logistik und Energie. Die angekündigten Ergebnisrückgänge hätten "nicht im vollen Umfang durch Veräußerungsgewinne ausgeglichen werden können", teilte der Konzern lediglich mit.

TUI-Chef Michael Frenzel hatte wiederholt prognostiziert, dass man das Ebta des Vorjahres von 811 Millionen Euro verfehlen werde. Im ersten Halbjahr hatte TUI insbesondere in der Touristik erhebliche Gewinneinbußen verzeichnet. Nach einem guten dritten Quartal in der Touristik mit Umsatz und Ergebnis nahezu auf Vorjahresniveau war für das vierte Quartal wieder ein turnusgemäßer Verlust angekündigt worden, da in den letzten Monaten eines Jahres erhebliche Vorkosten für das kommende Reisejahr anfallen.

Keine Prognose für 2003

Für 2003 verzichtete TUI wegen der schwierigen Konjunktur und der Irak-Krise auf eine Prognose. "Auf Grund dieser schwer quantifizierbaren Unsicherheiten ist derzeit keine belastbare Prognose für das operative Ergebnis des Jahres 2003 möglich", teilte Tui mit.

Zugleich wies der Konzern allerdings auf die zu erwartenden außerordentliche Gewinne aus dem Verkauf der Energiesparte hin. Für das Deutschland-Geschäft der Tui-Tochter Preussag Energie will der französische Konzern Gaz de France eine Milliarde Euro zahlen.

Energie-Auslandsgeschäft verkauft

Auch für das Auslandsgeschäft der Preussag Energie hat TUI inzwischen einen Käufer gefunden. Die österreichische OMV habe diesen Bereich für 300 Millionen Euro übernommen. Der Preis lag damit im Rahmen der Erwartungen von Branchenexperten.

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