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13.02.2003

11:55 Uhr

Dividende bleibt unverändert

Societe Generale will ohne Fusion wachsen

Der Gewinn der französischen Bank Societe Generale ist im vergangenen Jahr vor allem wegen Wertverlusten auf Industrie-Beteiligungen um mehr als ein Drittel gesunken. Bank-Chef Daniel Bouton betonte aber mit Blick auf Fusionsspekulationen am Markt, sein Institut könne in diesem Jahr auch ohne Partner wachsen.

Reuters PARIS. Der Netto-Gewinn sei 2002 um rund 35 Prozent auf 1,397 Milliarden Euro gefallen, teilte Societe Generale am Donnerstag mit. Im letzten Vierteljahr verbuchte die Bank zum Vorjahr einen Ergebnis-Rückgang von 17,6 Prozent auf 364 Millionen Euro. Dank eines soliden Filialgeschäfts lag der Gewinn damit aber knapp über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 356 Millionen Euro. Der Aktienkurs stieg um rund drei Prozent.

"Der Gewinnrückgang im vergangenen Jahr beruht vor allem auf den Rückstellungen für die Industrie-Beteiligungen (...)", erklärte Bankchef Bouton. Auch andere Institute hatten wegen der anhaltenden Aktienmarktschwäche im vergangenen Jahr mit erheblichen Wertverlusten ihrer Aktienportfolios und mit rückläufigen Einnahmen aus dem Beratungs- sowie Handelsgeschäft zu kämpfen. Konkurrent BNP Paribas verdiente unter anderem aus diesen Gründen im abgelaufenen Quartal 20 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bouton zeigte sich optimistisch, in der Zukunft auch ohne Fusion mit einem Mitbewerber wachsen zu können. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro" sagte er, die Bank sei zwar weiter offen für alles, was den Wert des Instituts steigere. Doch sein Institut könne auch unabhängig bleiben. Er reagierte damit auf Äußerungen von BNP-Chef Michel Pebereau, der vergangene Woche einem Zusammenschluss mit Societe Generale eine Absage erteilt hatte. Nachdem Credit Agricole dem Konkurrenten Credit Lyonnais im Dezember ein freundliches Übernahmeangebot im Volumen von knapp 20 Milliarden Euro unterbreitet hatte, sind am Markt Spekulationen um weitere Fusionen im französischen Bankensektor angeheizt worden.

Die Quartalszahlen von Societe Generale stießen bei Analysten auf ein positives Echo. "Die Zahlen waren stark. Besonders erfreulich ist das Filialgeschäft vor allem im Inland", sagte Benoit Vincenzi von Lehman Brothers in London. Im vierten Quartal stieg das Filialergebnis um knapp zwölf Prozent auf 337 Millionen Euro. Die Aktien des Instituts kletterten an der Börse in Paris bis zum Mittag bei einem kaum veränderten Marktumfeld um 3,1 Prozent auf 50,00 Euro.

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