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24.01.2007

10:17 Uhr

Dmitrij Medwedjew

Putins Kronprinz kommt

Pech für Russlands Finanzminister Alexej Kudrin: Er darf auf Anordnung des Kreml in diesem Jahr nicht - wie traditionell - die russische Delegation nach Davos anführen, sondern muss in Moskau bleiben. Dafür kommt ein Mann, der vermutlich bald die Nummer eins im Land ist.

mbr DÜSSELDORF. Das Riesenreich will den wahrscheinlichen Nachfolger von Präsident Wladimir Putin bei der Wahl 2008, Vize-Premier und Gazprom-Aufsichtsratschef Dmitrij Medwedjew, bei der Prominenz in den Schweizer Alpen ins rechte Licht rücken. Medwedjew diskutiert am Freitag ab 20.00 Uhr zusammen mit EU-Energiekommissar Andris Piebalgs, dem Historiker Timothy Garton Ash und dem russischen Handelsminister German Gref über Moskaus hemdsärmelige Diplomatie.

Die Gaskrisen mit der Ukraine vor einem Jahr und zuletzt mit Weißrussland hatten den Ruf von Gazprom lädiert. Der Konzern versucht nun, sein Image zu verbessern. Schon am Donnerstag um 17.45 Uhr will Gazproms Vize-Konzernchef Alexander Medwedew in einer Diskussionsrunde über "Die neue Ära der Öl- und Gaspolitik" die Wogen glätten.

Dmitrij Medwedjew kümmerte sich zuletzt vorrangig um die so genannten "Nationale Projekte". Diese zielen auf die Modernisierung des maroden Gesundheitswesens, die Förderung von Eigenheimbesitz sowie die Hilfe für werdende Mütter. Damit soll das Land vor dem Aussterben gerettet werden: Bereits im vergangenen Jahrzehnt war die russische Bevölkerung von 150 auf 142 Millionen Menschen gesunken. Diesen Abwärtstrend wollen Putin und Medwedjew stoppen, weil sie um das politische Gewicht Russlands fürchten. Sie wollen das Land wieder zur Weltmacht machen. Dazu dient ihnen auch Moskaus mächtiger Multi Gazprom, bei dem Medwedjew die Strippen zieht.

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