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27.01.2003

18:49 Uhr

Dokumentation

Wortlautauszüge der Blix-Rede vor dem Sicherheitsrat

In der Rede des UN-Chefwaffeninspekteurs Hans Blix vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen heißt es in Wortlautauszügen (dpa-Übersetzung):

HB/dpa NEW YORK. Zur Zusammenarbeit mit dem Irak: "Der Irak hat im Großen und Ganzen bisher ziemlich gut mit der UNMOVIC auf diesem Gebiet zusammengearbeitet. Das Wichtigste ist es, dass Zugang zu allen Einrichtungen gewährt wurde, die wir inspizieren wollten. (...)

Nach Paragraf neun der Resolution 1441 soll die Zusammenarbeit "aktiv" sein. Es reicht nicht, Türen zu öffnen. Inspektionen sind kein Spiel ohne Regeln. Sie sind stattdessen ein Prozess der Überprüfung mit dem Ziel, Vertrauen zu schaffen." (...)

Zu Chemiewaffen: "Über die Entdeckung einer Anzahl von 122-mm Chemiewaffen-Sprengköpfen in einem Bunker auf einem Lagergelände 170 Kilometer südwestlich von Bagdad ist umfassend berichtet worden. (...) Sie könnten die Spitze eines Eisbergs sein. Der Fund einiger weniger Raketen löst nicht das Problem, sondern verweist auf die Frage, dass der Verbleib von mehreren Tausend chemischen Raketen ungeklärt ist."

Zu Anthrax: "Der Irak hat erklärt, dass er rund 8500 Liter dieses biologischen Kampfstoffes produziert hat. Nach seinen Angaben hat er sie von sich aus im Sommer 1991 vernichtet. Der Irak hat wenig Beweise für diese Produktion und keine überzeugenden Beweise für ihre Zerstörung vorgelegt. Es gibt deutliche Hinweise, dass der Irak mehr Anthrax hergestellt hat, als er zugibt."

Zur Suche nach Dokumenten: "Der jüngste Fund einer Kiste mit 3000 Dokumentenseiten in der Privatwohnung eines Wissenschaftlers (...) nährt eine seit langem gehegte Sorge, dass Unterlagen in den Häusern von Privatleuten deponiert wurden. (...) Was uns betrifft, so können wir nicht umhin anzunehmen, dass dies kein Einzelfall ist und dass die Verteilung von Dokumenten absichtlich erfolgte, um die Entdeckung zu erschweren."

Befragung von Wissenschaftlern: "Bislang sind elf Personen zu Befragungen in Bagdad aufgefordert worden. Die Antworten lauteten stets, dass die Personen nur in der irakischen Überwachungsbehörde oder in jedem Fall nur im Besein eines irakischen Beamten aussagen würden. Wir hoffen jedoch, dass mit der Ermutigung durch die Behörden informierte Personen Befragungen unter vier Augen in Bagdad oder im Ausland zustimmen werden."

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