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18.01.2002

18:32 Uhr

"Dollar ist der Einäugige unter den Blinden"

Euro legt zum Wochenausklang zu

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag etwas erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag für rund 0,8840 Dollar gehandelt.

dpa FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank hatte am Nachmittag den Referenzkurs auf 0,8810 (Donnerstag: 0,8819) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1351 (1,1339) Euro. Nach Meinung von Experten könnte die Gemeinschaftswährung aber weiter unter Druck geraten.

"Wenn man das aus Händlersicht betrachtet, ist heute eigentlich nichts passiert", sagte Patrick Laub, Chefdevisenhändler bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Auch die zwischenzeitlich leichte Abschwächung des Euro nach der Veröffentlichung der Zahlen zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan, einer für die Märkte wichtigen US-Konjunkturzahl, könne nicht wirklich als Reaktion bezeichnet werden.

Der Index der Universität von Michigan für das US- Konsumentenvertrauen ist im Januar stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet worden war. Der Index sei nach vorläufigen Zahlen von 88,8 Punkten im Dezember auf 94,2 Punkte im Januar gestiegen.

Einerseits würde durch den Einfluss europäischer Zentralbanken und durch Impulse aus dem Fernen Osten der Euro-Kurs gestützt, sagte Laub. Andererseits bemühe sich Spanien derzeit Euro zu verkaufen und dafür Dollar zu bekommen. Löse sich diese Situation, sei mit einer Abschwächung des Euro zu rechnen. Während im Euroraum, etwa durch bevorstehende Wahlen, in absehbarer Zeit nicht mit signifikanten wirtschaftlichen Reformen zu rechnen sei, könnte es in den USA möglicherweise bald wieder zu einer Konjunkturerholung kommen, auch wenn die Daten von dort noch kein eindeutiges Bild abgäben.

"Vor diesem Hintergrund ist der Dollar der Einäugige unter den Blinden", sagte Laub. Es sei deshalb eher damit zu rechnen, dass Investoren künftig Dollar-Positionen aufbauen. Kurzfristig könnte der Euro-Kurs deutlich unter 88 Cent fallen; mittelfristig sei wieder ein Allzeittief denkbar von deutlich unter 83 Cent.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6141 (0,6144) britische Pfund, 117,08 (116,47) japanische Yen und 1,4698 (1,4659) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London bei 283,20 Dollar (284,95) gefixt. Der Kilobarren kostete 10 385 (10 415) Euro.

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