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27.06.2000

17:34 Uhr

vwd/afp LONDON. Die britische Regierung hat die Forderung des französischen Präsidenten Jacques Chirac nach einer "Avantgarde-Gruppe" in der Europäischen Union mit Zurückhaltung aufgenommen. Es gebe "keinen Wunsch, eine erste und zweite Liga in der EU zu schaffen", sagte ein Regierungssprecher am Dienstag in London. Chirac habe in seiner Rede vor dem Bundestag in Berlin eine "verstärkte Zusammenarbeit" angesprochen. Dies liege auch im Interesse von Premierminister Tony Blair, fügte der Sprecher hinzu.

Als Beispiele für eine bereits bestehende Zusammenarbeit nannte der Sprecher das Schengener Abkommen über den Grenzverkehr, die Kooperation in Verteidigungsfragen und den Euro. Mit einer "Debatte über die Zukunft Europas" sei die britische Regierung grundsätzlich einverstanden. Chirac hatte sich vor dem Bundestag für eine "Avantgarde-Gruppe" innerhalb der EU ausgesprochen. Zudem hatte er gefordert, die Diskussion über die künftigen Strukturen der EU und über die Grundrechte-Charta der Union solle in einer "Europäischen Verfassung" münden. Darin sollten die "Befugnisse zwischen den verschiedenen europäischen Ebenen klar abgegrenzt" werden.

Am Donnerstag wollen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Blair in Berlin zu einem informellen Meinungsaustausch über europäische Fragen zusammenkommen.

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