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18.03.2003

17:05 Uhr

Dramatische Lage vieler Druckereien

Harte Tarifauseinandersetzung in Druckindustrie

Die Druckindustrie steuert auf eine harte Tarifauseinandersetzung zu. Das erste Angebot der Arbeitgeber stieß am Dienstag bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf völlige Ablehnung.

HB/dpa FRANKFURT/M. "Die Beschäftigten werden sich nicht mit einem Almosen abspeisen lassen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nach der Auftaktrunde in Frankfurt. Die Verhandlungen sollen am 4. April in Frankfurt fortgesetzt werden. Mit einer schnellen Einigung sei nach dem Verlauf der ersten Runde nicht mehr zu rechnen, sagte Werneke. Die Friedenspflicht endet am 4. Mai.

Die Gewerkschaft hat für die rund 200 000 Beschäftigten der Branche von April an drei Prozent mehr Geld für eine möglichst kurze Laufzeit gefordert. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) hat einen neuen Tarifvertrag für 24 Monate bis März 2005 angeboten. Nach sechs Leermonaten sind stufenweise Lohnerhöhungen von 1,0 von Oktober 2003 an und 1,2 Prozent von August 2004 an vorgesehen. Nach Berechnungen von Verdi würde dies auf Zuwächse von 0,5 Prozent im ersten Jahr und etwas über 0,6 Prozent im zweiten Jahr hinauslaufen.

Der BVDM verwies erneut auf die dramatische Lage vieler Druckereien, die vor allem unter der anhaltenden Werbeflaute leiden. Die Betriebe dürften nicht noch weiter belastet werden und bräuchten eine größere Planungssicherheit, sagte eine BVDM-Sprecherin. Werneke wies die Forderung der Arbeitgeber nach einer möglichst langen Laufzeit zurück. "Wir können weniger denn je den Wirtschaftsverlauf abschätzen", sagte der Verdi-Vize. Die aktuellen Wirtschaftsdaten für die Druckindustrie ergäben einen verteilungsneutralen Spielraum von etwa drei Prozent.

Der letzte Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten sah nach einer Einmalzahlung von 43 Euro für April 2002 eine lineare Lohnerhöhung von 3,4 Prozent bis einschließlich März 2003 vor. Die Einigung kam erst unter dem Druck von Warnstreiks zu Stande. In der laufenden Tarifrunde fordert Verdi neben der Lohnerhöhung eine Verlängerung des Mitte 2004 auslaufenden Tarifvertrages zur Altersteilzeit bis Ende 2009. Die Arbeitgeber zeigten sich am Dienstag bereit, den Vertrag bis Mitte 2006 weiter laufen zu lassen.

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