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12.01.2004

10:08 Uhr

Drei Brasilianer schwänzen Trainingsstart

Bei manchem BVB-Stars lässt Arbeitsmoral nach

VonMathias Rechenmacher

Die finanzielle Situation bei Borussia Dortmund ist schon schwierig genug, nun lässt auch noch bei einigen Profis des Fußball-Bundesligisten die Arbeitsmoral nach.

DORTMUND. Während die Geschäftsführung trotz möglicher Ertragseinbußen von mehr als 20 Millionen Euro Liquiditätsengpässe dementiert, schwänzten drei Spieler den Trainingsstart. Dedé, Evanilson und Juan Fernandez verlängerten ihren Urlaub. Sie kombinieren den Gehaltsverzicht mit einem selbst genehmigten Freizeitausgleich.

Die Spieler des börsennotierten Fußballvereins stimmten einer Regelung zu, wonach ein Teil ihrer ursprünglich garantierten Bezüge in Erfolgsprämien umgewandelt wurden. Faktisch kommt dies inzwischen einem Verzicht auf 20 Prozent des Gehalts gleich, da die Mannschaft im nationalen wie im internationalen Pokalwettbewerb früh gescheitert ist. Die Finanzkrise ermöglicht es ihnen, sich jenseits vertraglicher Pflichten manche Freiheit zu nehmen. Wer will gegen sie vorgehen, wenn sie sich schon freiwillig in finanziellen Verzicht üben?

Trainer Matthias Sammer zeigte sogar Verständnis. Die Spieler seien "nicht einfach so weggeblieben", sagt er. Er sei bereit, mit den säumigen Profis "Kompromisse zu machen". Sportmanager Michael Zorc hingegen kündigte "eine empfindliche Geldstrafe" an. Unterdessen fand Sammer sogar Gründe, sein Personal zu loben. Er müsse der Mannschaft ein Kompliment dafür machen, dass sie trotz vieler Ausfälle in der Hinrunde "nicht auseinander gebrochen" sei. Der Trainer meint: "Die Spieler haben sich moralisch und verbal gut verhalten." Auch Tomas Rosicky? Der Tscheche hatte seine Bereitschaft erklärt, "gern auch woanders zu spielen", und seinen Gehaltsverzicht fürs erste auf den 31. 12. 03 befristet gesehen. Angeblich war alles nur Folge eines Übersetzungsfehlers, wie sich herausstellen sollte - oder musste.

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