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05.05.2003

10:15 Uhr

Drei Gemeinschaftsfirmen geplant

Chinas Markt zieht Daimler-Chrysler an

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler Chrysler will sich beim Aufbau einer Pkw- und Lkw-Produktion in China nach einem Zeitungsbericht vor allem auf den bisherigen Chrysler-Partner (BAIC) stützen.

Reuters STUTTGART. Zusammen mit BAIC wolle der deutsch-amerikanische Konzern zwei getrennte Joint Ventures für Pkw und Nutzfahrzeuge gründen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe).

Die Verhandlungen liefen bereits, Vorverträge sollten noch in diesem Jahr geschlossen werden. Mit BAIC baut die Konzernsparte Chrysler seit 1984 in einem Gemeinschaftsunternehmen Jeeps, seit dem Frühjahr 2003 wird auch der Geländewagen Mitsubishi Pajero dort produziert. Mit der Southeast (Fujian) Motor Corp (SEM) zusammen sollen dem Bericht zufolge Mercedes-Transporter gebaut werden. Sprecher von DaimlerChrysler wollten die Namen der Verhandlungspartner nicht bestätigen. Die Partnersuche in China laufe aber erfolgreich.

Ein Sprecher der Pkw-Sparte von Daimler Chrysler bekräftigte frühere Angaben, der Konzern wolle in China innerhalb von fünf Jahren jährlich bis zu 20 000 Fahrzeuge der Mercedes-C- und E-Klasse auf Basis vorgefertigter Teile ("CKD") bauen. Über einen Zeitpunkt für die Unterschrift unter die Verträge wollte er sich nicht äußern. Nach Abschluss der Verhandlungen könne die Produktion innerhalb von 18 Monaten beginnen. Daimler Chrysler sucht seit langem einen passenden chinesischen Partner, der dem Konzern zum Einstieg auf dem zukunftsträchtigen Markt verhilft.

Bedingung für die Gründung aller Gemeinschaftsunternehmen sei jedoch eine Beteiligung von 50 Prozent für Daimler Chrysler, zitierte die "FAZ" Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes: "Wir wollen auf jeden Fall die Höchstgrenze für eine Beteiligung für ausländische Investoren voll ausschöpfen." Mit dem Joint Venture bei Lkw soll das obere Segment des Marktes abgedeckt werden, die Partner sollen für die einfacheren Modelle zuständig sein. "Die Gespräche in China laufen sehr erfolgreich", sagte ein Sprecher der Nutzfahrzeug-Sparte. Die "FAZ" berichtete unter Berufung auf Daimler Chrysler-Manager, die Lungenkrankheit SARS könne für Verzögerungen sorgen, weil derzeit keine Manager von Deutschland nach China reisen könnten.

Um seine China-Aktivitäten besser zu koordinieren, hatte der Konzern im April den bisherigen Australien-Vertriebschef Roman Fischer zum "Chairman" für China ernannt. Daimler Chrysler hatte Verhandlungen mit dem VW-Partner First Automotive Works (FAW) über den Aufbau einer Produktion von Lkw Anfang des Jahres platzen lassen.

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