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10.01.2002

19:00 Uhr

Drei Gruppen bieten für tschechischen Versorger

Poker um Stromkonzern CEZ

Die Privatisierung des größten tschechischen Stromkonzerns CEZ geht in die entscheidende Phase. Bis zum 16. Dezember müssen die Bewerber ihre Angebote abgegeben haben.

mwb MÜNCHEN. Am nächsten Tag werde das tschechische Kabinett entscheiden, sagte CEZ-Vizechef Frantisek Hezoucky in München. Im Rennen um den 67 %igen-Staatsanteil befinden sich noch drei Gruppierungen: die französische EdF, ein Konsortium aus der italienischen Enel und der spanischen Iberdrola sowie ein britisch-amerikanisches Konsortium mit International Power und NRG Energy. Die Beteiligung soll mindestens 3,6 Mrd. Euro wert sein.

Hezoucky zeigte sich zuversichtlich, dass das umstrittene grenznahe Kernkraftwerk Temelin nach der politischen Einigung mit Österreich die weiteren Hürden bei der Genehmigung nehmen wird. "Wir müssen noch in sieben Punkten nachrüsten", sagte Hezoucky. Es handele sich dabei ausschließlich um Maßnahmen im nichtatomaren Bereich des Druckwasserreaktors, die bis September 2002 erledigt würden.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Störfälle gegeben, was zu starken Protesten in den Nachbarländern Österreich und Deutschland führte. Der deutsche Energiekonzern Eon kündigte sogar im Sommer die Verträge über die Lieferung tschechischen Atomstroms.

Derzeit befindet sich der erste Block von Temelin in einer Test- und Prüfphase mit 75 % Leistung. Die folgenden Stufen von 90 % und 100 % müssen jeweils von der Internationalen Atomenergiebehörde abgenommen werden. "Wir werden im März den eigentlichen Probebetrieb aufnehmen", sagte Hezoucky. Zu den Kosten der jetzigen Nachrüstung äußerte er sich nicht. Die Verzögerungen haben CEZ seit 1996 nach eigenen Angaben 10 Mrd. Kronen (320 Mill. Euro) gekostet. 4.12.2001

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