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30.01.2002

11:01 Uhr

Drei von Vier Führungskräften erwarten künftig mehr Beteiligungsverkäufe

Umbau der Deutschland AG hat begonnen

VonAxel Schrinner

Der von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) angestrebte Umbau der Deutschland AG nimmt Konturen an: Bereits 4 % der deutschen Top-Manager haben von der neuen Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich steuerfrei von Unternehmensbeteiligungen zu trennen; weitere 11 % planen dies noch in diesem Jahr.

DÜSSELDORF. Sogar 69 % erwarten, dass es künftig mehr Beteiligungsveräußerungen geben wird und - so die Mehrheitsmeinung - zwar unabhängig von der Börsenentwicklung.

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Einhergehend mit der Körperschaftsteuerreform hat die Bundesregierung ab 2002 Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalgesellschaften bei Kapitalgesellschaften steuerfrei gestellt. Gleichwohl haben bereits im letzten Jahr einige Firmen die Möglichkeit genutzt, durch geschickte Vertragsgestaltungen solche Deals abzuschließen. Auch Personengesellschaften können seit diesem Jahr solche Veräußerungsgewinne steuerneutral im Unternehmen parken, um sie in andere Beteiligungen, Maschinen oder Grundstücke zu reinvestieren.

Die Umfrage unter den Führungskräften belegt, dass diese Möglichkeiten vor allem für Konzerne interessant sind: Während 42 % der Manager von Großunternehmen angaben, noch in diesem Jahr steuerfreie Veräußerungsgewinne zu realisieren, waren es bei mittleren Unternehmen nur 17 % und bei kleinen Unternehmen lediglich 11 %. Dies sollte aber nicht als generelle Benachteiligung kleiner Unternehmen gewertet werden, da die wahrscheinlichste Ursache ist, dass Kleinunternehmen eher selten Beteiligungen an Kapitalgesellschaften besitzen.

Bemerkenswert ist, dass steuerfreie Veräußerungsgewinne vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands ein Thema sind, während im Süden und Osten weniger Firmenchefs an die Realisierung solcher Gewinne denken. Eine branchenspezifische Analyse zeigt, dass insbesondere Dienstleister (20 %) sowie Firmen aus dem Segment Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung (18 %) diese Möglichkeit in diesem Jahr nutzen werden, bzw. bereits genutzt haben.

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