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17.02.2002

19:02 Uhr

Dresdner und Hypo-Vereinsbank unterstützen Medienkonzern – Fusion von Pro Sieben und Kirch Media verschiebt sich offenbar

Kirch-Banken warten auf Bilanz von Springer

Die Rettung der Kirch-Gruppe steht bevor. Die Dresdner Bank und die Hypo-Vereinsbank (HVB) unterstützen gemeinsam den hoch verschuldeten Medienkonzern. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, werden beide Banken Kirchs 40-Prozent-Anteil am Axel-Springer-Verlag übernehmen.

cbu/hjk/hps/rob DÜSSELDORF. Allerdings will keines der beiden Kreditinstitute derzeit ein verbindliches Angebot vorlegen, ohne die Situation bei Springer genau zu kennen. Am Montag legt Europas größter Zeitungskonzern seine Jahresbilanz vor. Erstmals in seiner Geschichte wird Springer rote Zahlen präsentieren.

Durch ihre Allianz haben die beiden Geldhäuser die Pläne der Deutschen Bank zunichte gemacht, die Kirch-Gruppe Gewinn bringend aufzuteilen. Mit den Einnahmen aus dem Springer-Paket kann Leo Kirch seinen ungeliebten Kreditgeber Deutsche Bank loswerden und bekommt zudem liquide Mittel. In den vergangenen Wochen hatte Vorstandschef Rolf-E. Breuer versucht, den Münchener Medienkonzern "runterzureden".

Die Gespräche zwischen Kirch und den Banken liefen am Sonntag weiter. Aus Verhandlungskreisen war zu erfahren, dass Kirch für sein Springer-Paket deutlich mehr als 1,1 Mrd. Euro fordert. An der Börse sind die Anteile nur rund 800 Mill. Euro wert. HVB und Dresdner Bank betrachten den Erwerb der Springer-Anteile als ein reines Konsortialgeschäft. Das Paket soll nach zwölf bis 18 Monaten verkauft werden. In der Diskussion ist eine breite Streuung der Aktien. Einen Teil der Anteile erwirbt möglicherweise Mehrheitsgesellschafterin Friede

In Bankenkreisen wird es für möglich gehalten, dass die für Juni geplante Fusion von Pro Sieben Sat 1 Media und Kirch Media verschoben oder platzen wird. Leo Kirch sei angesichts der unübersichtlichen Lage zu diesem Schritt bereit, ist zu hören. Damit stünde auch sein bisheriger Vize und designierter Nachfolger, Dieter Hahn, zur Disposition. Der 41-Jährige drängt schon lange auf die Fusion, um später über eine Kapitalerhöhung frisches Geld zu erhalten.

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