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22.01.2002

19:01 Uhr

Drohende Zwangsversteigerung der SAP Cypros ohne große Folgen

Skurriler Rechtsstreit der SAP mit Ex-Vertriebspartner in Zypern

Ein Rechtsstreit mit einem ehemaligen Vertriebspartner macht dem Walldorfer Software-Konzern SAP in Griechenland und Zypern zu schaffen.

jkn FRANKFURT/M. Als Folge droht dem Unternehmen jetzt eine Zwangsversteigerung seiner Anteile an der SAP Cypros. Markus Berner, Sprecher der SAP, bestätigte die Vorgänge. Der Streit habe jedoch keine Auswirkungen auf das Geschäft der SAP.

Der Fall ist skurril: Bis vor einigen Jahren arbeitete SAP in Griechenland und Zypern mit der SAP EML und deren Eigentümer Nikolas Karegeorgis zusammen. Dieser gründete auch die SAP Hellas, zu der die SAP Cypros Ltd gehört. Im vergangenen Jahr übernahm der SAP-Konzern Hellas und damit angebliche Verbindlichkeiten gegenüber der SAP EML in Höhe von einigen hunderttausend Mark. Diese hat Karegeorgis nun per Gericht eingeklagt. Karegeorgis bekam Recht. Damit nicht genug: Die für ihre drastischen Urteile bekannte griechische Justiz schlug zu: Der Richter fror die Anteile, die SAP Hellas an der SAP Cypros hält, ein. Sie sollen meistbietend versteigert werden, falls Hellas die Strafe nicht zahlen wird.

Nach Angaben des SAP-Sprechers Berner sind die Kundenbeziehungen und das Geschäft in Griechenland von dem Rechtsstreit und der drohenden Versteigerung nicht betroffen. SAP erzielt in Griechenland und Zypern rund 15 Mill. Euro an Lizenzeinnahmen. Eigentlich könnten sich die Walldorfer sogar zurücklehnen. Schließlich werden die Urteile griechischer Gerichte in Zypern seit dem Einmarsch türkischer Truppen nicht vollstreckt. Doch Karegeorgis hat offensichtlich vom obersten griechischen Gericht eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Die Walldorfer wollen den Streit möglichst schnell ad acta legen. Sie haben ihrerseits Klage gegen SAP EML wegen ausstehender Verbindlichkeiten eingereicht, um die Gesprächsbereitschaft der Gegenpartei ein wenig anzuschieben. "Unser Ziel ist es, die unleidliche Geschichte am Verhandlungstisch zu Ende zu bringen", sagte Berner.

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