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30.04.2003

15:07 Uhr

Druck in USA steigt

Post schließt DHL-Airways-Verkauf nicht aus

Die Deutsche Post hat einen Verkauf ihres Anteils an der US-Fluggesellschaft DHL Airways nicht ausgeschlossen.

Reuters BERLIN. "Man sollte nie nie sagen", sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel am Mittwoch am Rande einer Post-Werbeveranstaltung in Berlin. Auch eine Übernahme durch den derzeitigen Unternehmenschef von DHL Airways könne es geben. "Das ist sicher eine der Möglichkeiten, die man immer in Betracht ziehen muss", sagte Zumwinkel. Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, dass eine Gruppe um den DHL Airways-Chef John Dasburg das Unternehmen komplett erwerben wolle.

Die Post war zuletzt in den USA unter Druck geraten, weil sie angeblich DHL Airways trotz der Minderheitsbeteiligung kontrolliert. Hintergrund sind Gesetze in den USA, die verhindern sollen, dass Ausländer die Kontrolle über Inlandsfluggesellschaften erlangen. Die Post versucht derzeit auch über den Kauf des Logistikers Airborne ihre Stellung im US-Markt ausbauen. Dort will sie aber ausdrücklich die dazugehörende Fluggesellschaft ausgliedern.

Zumwinkel beurteilte weiter die Geschäftsentwicklung der Post in den ersten drei Monaten dieses Jahres positiv. "Wir sind ganz zufrieden mit unserer Entwicklung." Zu den Monaten Januar und Februar hatte er bereits gesagt, dass man erfreulich über Vorjahresniveau liege. Das Briefporto, was auf Grund des Post-Monopols bei den Sendungen eine besondere Bedeutung hat, werde sich auf absehbare Zeit nicht ändern. "Die nächsten drei Jahre wird es stabil bleiben", sagte Zumwinkel voraus. Die Post-Regulierungsbehörde hatte er vor kurzem das Unternehmen zu einer Portosenkung gezwungen.

Vor der anstehenden Neubewertung der Kreditwürdigkeit der Post durch die Rating-Agentur Standard and Poor´s (S&P) zeigte sich Zumwinkel gelassen. Eine Herabstufung um zwei Stufen werde keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf das Geschäft haben, sagte er und fügte hinzu, es sei davon auszugehen, dass dies passiere. "Es geht also ein oder zwei Notches runter." S&P bewertet die Pensionsverpflichtungen der Unternehmen neuerdings als Schulden und richtet daher die Ratings neu aus. Ein schlechteres Rating kann die Kreditaufnahmen verteuern. Die Post hat derzeit ein Rating von A+.

Zumwinkel äußerte sich optimistisch, dass nach dem Ende des Irak-Krieges sich die Post auch in diesem Land engagieren werde. Man stehe bereit, um das Land anzufliegen. Der Transport von Hilfsgütern könne dann auch über die Tochter DHL laufen.

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