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28.01.2003

14:45 Uhr

Druckhaus plant weitere Zukäufe

Schlott Sebaldus will die Krise nutzen

Das drittgrößte europäische Zeitschriften- und Werbedruckhaus schlott sebaldus sucht nach weiteren Expansionsmöglichkeiten und will sich dabei die Krise in der Medienbranche zu Nutze machen.

Reuters STUTTGART. Immer mehr Verleger, die fünf der zwölf größten Druckhäuser in Europa betreiben, überlegten oder seien gezwungen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu beschränken und sich von den Druckereien zu trennen, sagte Schlott-Vorstandschef Bernd Rose am Dienstag in Stuttgart. "In der Branche gibt es ringsum Bewegung", fügte er hinzu. Rose hält nach der Übernahme der Hamburger Großdruckerei Broschek schon im laufenden Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30. September) einen weiteren Zukauf für möglich. Kaufobjekte seien unter den großen zwölf Tiefdruck-Häusern Europas zu suchen. "Die Übernahme von Broschek hat den Markt aufmerksam gemacht auf uns", so Rose.

In drei bis fünf Jahren könnte der europäische Markt nach seiner Einschätzung dem amerikanischen gleichen, auf dem drei Groß-Druckhäuser als Dienstleister für fast alle Verlage tätig seien. In Europa ist die Bertelsmann-Tochter Arvato den Kapazitäten nach die Nummer eins, dicht gefolgt von Quebecor und Schlott Sebaldus. "Wir haben in vielen Bereichen die kritische Größe erreicht", sagte Rose. Das ermögliche eine Spezialisierung einzelner Standorte und damit eine Senkung der Investitionen und des Personaleinsatzes.

Für 2002/03 rechnet Schlott Sebaldus mit 20 Millionen Euro Gewinn vor Steuern bei 700 Millionen Euro Umsatz. Für 2003/04 hat sich der Druckkonzern aus Freudenstadt einen Gewinnsprung auf 36 Millionen Euro bei 750 Millionen Euro Umsatz vorgenommen.

Sonderaufwendungen für den Kauf neuer Druckmaschinen nach dem Brand in der Nürnberger Sebaldus-Druckerei, die Schließung von zwei Standorten im Rollenoffset und die Verschlankung der Verwaltung machten im Jahr 2002 mit 9,1 Millionen Euro nahezu die Hälfte des für das Kalenderjahr geplanten Ergebnisses vor Steuern von 20 Millionen Euro aus.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2002 (bis 30. September) lag das Ergebnis vor Steuern deshalb nur bei 400 000 Euro. In den drei Monaten von Oktober bis Dezember, die für Großdruckereien die umsatz- und ertragsstärksten des Jahres sind, habe der Gewinn vor Steuern bei rund zehn Millionen Euro gelegen, sagte Finanzchef Uwe Hack.

Der Konzernumsatz habe im Rumpfgeschäftsjahr 2002 bei 349,9 Millionen Euro gelegen. Zahlen für das am 31. Dezember beendete erste Quartal des neuen Geschäftsjahres wollte Hack noch nicht nennen. Dann wird zum ersten Mal die im Herbst 2002 erworbene Hamburger Broschek-Gruppe konsolidiert. Die Aktionäre sollen für das Rumpfjahr eine Dividende von 0,60 Euro erhalten. Für das komplette Jahr 2001 hatte Schlott Sebaldus 0,80 Euro je Aktie ausgeschüttet. Die im Kleinwertesegment SDax notierte Aktie legte um 3,2 Prozent auf 13,00 Euro zu.

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