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21.01.2003

09:39 Uhr

Drucksparte und Inlandsflaute belasten

MAN übertrifft Erwartungen der Analysten

Die MAN AG hat 2002 weniger umgesetzt, die Erwartungen der Analysten aber dennoch übertroffen. An seiner im November gesenkten Gewinnprognose hält das Unternehmen fest. Die MAN-Aktie reagierte mit einem Plus von zeitweise mehr als fünf Prozent.

Reuters MÜNCHEN. Der Hersteller von Nutzfahrzeugen, Motoren und Maschinen teilte am Dienstag in München mit, nach vorläufigen Zahlen sei der Umsatz 2002 auf 16,0 Milliarden Euro von 16,3 Milliarden Euro im Vorjahr gesunken. Rückgängen im Inlandsgeschäft und bei Druckmaschinen standen Zuwächse bei Dienstleistungen und im Ausland gegenüber. Der Auftragseingang stieg nach Firmenangaben leicht auf 15,7 Milliarden Euro. Der Bestand an Aufträgen sank zum Bilanzstichtag auf 9,6 (10,3) Milliarden Euro.

Analysten sagten, beim Umsatz habe MAN die Markterwartungen leicht übertroffen. "Das war ein bisschen besser als von mir erwartet", sagte Susanne Schwartze vom M.M. Warburg. Positiv sei der Auftragstrend bei Nutzfahrzeugen und industriellen Dienstleistungen, wo MAN zugelegt und die Schwäche der Druckmaschinen ausgeglichen habe. Ralf Dörper von der Investmentbank WestLB Panmure sagte, in dem über den Erwartungen liegenden Umsatz zeige sich unter anderem die Endabrechnung von Aufträgen im Anlagenbau. Das sei auch der Grund, warum der Auftragsbestand stärker abgebaut worden sei.

Im Inland sei der Umsatz um sieben Prozent gesunken, während er im Ausland stabil geblieben sei, teilte MAN mit. Dadurch sei der Auslandsanteil am Gruppenumsatz auf 74 von zuvor 73 Prozent gestiegen. Bei den Aufträgen betrage der Auslandsanteil inzwischen 76 (74) Prozent.

Der Umsatz mit Druckmaschinen sei wegen der schwachen Marktentwicklung um 13 Prozent gesunken. Nach Verlusten bei der Druckmaschinentochter MAN Roland hatte MAN im Herbst ein Restrukturierungsprogramm für die Sparte angekündigt. MAN Roland spürt die Krise im Zeitungsmarkt und in der Werbewirtschaft. Die Zahl der Mitarbeiter habe MAN gruppenweit um 2527 auf 75 079 gesenkt.

"Das Ergebnis vor Steuern wird voraussichtlich ebenfalls die prognostizierte Größenordnung des Vorjahres (213 Millionen Euro) erreichen", bekräftigte das Unternehmen seine im November gesenkte Prognose für 2002. Für 2003 hatte MAN damals "ein kräftig verbessertes Ergebnis" angekündigt.

Analysten sagten, nach umfangreichen Kostensenkungen habe sich MAN für das laufende Jahr gut positioniert. WestLB-Analyst Dörper ergänzte, auf einen Gewinnanstieg lasse vor allem die Lkw-Sparte hoffen. In diesem Segment hätten sich die Stabilisierungstendenzen fortgesetzt. Falls sich im laufenden Jahr die Nachfrage festige, sehe er erhebliches Ergebnispotenzial.

Zu den Aussichten der Aktie äußerte sich Dörper positiv: "In Summe ist das eine Nachricht, die den Kurs stützt", sagte er. Die Bewertungs-Unsicherheit sei damit größtenteils aus dem Markt genommen, die Aktie erscheine attraktiv. An der Frankfurter Börse wurden die MAN-Aktien am Mittag 3,58 Prozent höher mit 15,05 Euro gehandelt. Damit zeigte das Papier mit die beste Kursentwicklung im Dax.

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