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30.01.2003

10:28 Uhr

DSV vor 100. WM-Medaille

Skisport der Luxusklasse in St. Moritz

Neben Kaviar und Champagner bietet der Schweizer Nobel-Ort St. Moritz ab kommenden Samstag zwei Wochen Skisport der Luxusklasse. Die 28. alpinen Weltmeisterschaften versprechen Geschichte und Geschichten im Überfluss.

HB/dpa ST. MORITZ. Deutschland wartet auf die 100. alpine WM-Medaille, Österreich will sich weiter am unglaublichen Comeback von Superstar Hermann Maier berauschen, Kroatien hofft auf weitere Siege der Geschwister Kostelic und die Gastgeber wollen außer dem erhofften Profit auch sportlich Kapital aus dem größten Sport-Ereignis der Schweiz schlagen.

Die deutschen Medaillen-Hoffnungen ruhen vom 1. bis 16. Februar wie schon vor zwei Jahren bei der WM in St. Anton auf Martina Ertl und Hilde Gerg. Nach ihrem Kreuzbandriss und dem folgendem Blitz- Comeback nach nur zwei Wochen zählt Hilde Gerg in Abfahrt und Super-G zu den Favoritinnen. "Ich merke, dass ich auf dem Weg bin, dass die Form wieder kommt. Ich traue mir zu, Rennen zu gewinnen", sagte die zweifache Saisonsiegerin, die vor zwei Jahren nach ihrem Beinbruch überraschend Bronze im Super-G geholt hatte.

Martina Ertl geht als Titelverteidigerin in der Kombination an den Start. Platz drei im Riesenslalom von Maribor hat der 29-Jährigen auch in der früheren Spezial- und dann Sorgendisziplin neues Selbstvertrauen gegeben. "Eine Medaille wäre ein Traum. Egal welches Edelmetall, ich wäre auf alle Fälle schon zufrieden", sagte die Lenggrieserin. Wenn es im Abfahrts-Training gut läuft, will Martina Ertl sogar alle fünf Wettbewerbe bestreiten. Cheftrainer Wolfgang Maier hält Spekulationen um die mögliche Jubiläumsmedaille für unangebracht. "Wir haben in allen Disziplinen die Chance, dabei zu sein. Aber eine Garantie gibt es nicht. Deshalb gebe ich auch keine Ziele aus", sagte der Coach.

Medaillen dürften für die deutschen Herren nur Wunschträume sein. "Wir fahren auch bei den Herren zu einer WM, um Top-Ten-Platzierungen zu erreichen", sagte Alpin-Chef Walter Vogel. Angesichts des Saisonverlaufs ist dies bereits eine hohe Zielvorgabe. Bei der Nominierung jedenfalls ließ der Deutsche Skiverband Gnade vor Recht ergehen und berief neben Andreas Ertl, der als einziger die WM-Norm erreicht hatte, auch Max Rauffer, Stefan Stankalla und Markus Eberle. Das Damen-Team komplettieren Monika Bergmann, Annemarie Gerg, Maria Riesch, Regina Häusl und Isabelle Huber.

Gleich bei der ersten Entscheidung im Super-G der Herren wird am Sonntag die "Hermann-Mania" über St. Moritz hereinbrechen. Mit seinem Wunder-Comeback nach fast zweijähriger Pause hat Hermann Maier die Ski-Welt verblüfft und ganz Österreich in einen Freudentaumel versetzt. Von seinem Statthalter als Nationalheld, dem Gesamtweltcup- Führenden Stephan Eberharter, redet in der Ski-Supermacht fast niemand mehr. Im Wettstreit um den WM-Star dürften es die Österreicher vor allem mit den US-Boys Bode Miller und Daron Rahlves zu tun bekommen.

Nach drei Goldmedaillen bei Olympia 2002 will Janica Kostelic nun auch den ersten WM-Titel für Kroatien holen. Besonders im Slalom und der Kombination kann sich die 21-Jährige wohl nur selbst schlagen. Sollte auch ihr Bruder Ivica im Slalom triumphieren, würde das in Kroatien ohnehin grassierende Kostelic-Fieber neue Dimensionen erreichen. Als letztes Geschwisterpaar waren die Liechtensteiner Andreas und Hanni Wenzel 1978 bzw. 1980 Weltmeister geworden.

Das teuerste Sportereignis der Schweiz kostet trotz gekürzten Etats mehr als 80 Mill. Franken (55 Mill. ?). Bei der allein vier Mill. Franken teuren Eröffnungsfeier wird Popstar DJ Bobo auf der berühmten Polowiese die WM-Hymne "Let's come together" intonieren. Im Gegensatz zum rot-weiß-roten Jubelfest von St. Anton will sich St. Moritz internationaler präsentieren. "Wir wollen Schweizer Stimmung mit internationalen Akzenten", sagte OK-Chef Gian Gilli.

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