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01.02.2002

18:26 Uhr

Dünne Umsätze

Flaues Geschäft am Neuen Markt

Zum Wochenausklang schläft das Geschäft am Neuen Markt in Frankfurt fast ein. Bei geringen Umsätzen blieben die Nemax-Indizes im Minus, allerdings nur leicht. Auch die Verkäufer hielten sich zurück.

DÜSSELDORF. Der Nemax 50 liegt zwei Stunden vor dem Wochenende 0,2 Prozent oder 2,5 Punkte niedriger als gestern bei nunmehr 1154 Punkten. Der Nemax All Share, der die Aktienbewegungen aller am Neuen Markt notierten Unternehmen abbildet, fällt um 0,6 Prozent oder sechs Punkte auf 1116 Punkte.

Auch an der technologielastigen US-Börse Nasdaq rutschten die Kurse (um rund ein Prozent), nachdem die Beschäftigtenzahl in den USA stärker gefallen war als erwartet. Zudem belasteten weiterhin Gerüchte über Bilanz-Betrügereien den Handel. "Das Thema ist noch nicht vom Tisch", sagte ein Händler.

Im Blickpunkt am Neuen Markt standen die Papiere von AdLink, die bei für den Wert sehr hohen Umsätzen um mehr als 20 Prozent auf 2,76 Euro anzogen. United Internet legten 2,27 Prozent auf 5,86 Euro zu. Die Beteiligungs-Gesellschaft hatte am Morgen mitgeteilt, sich von einem 15-Prozent-Anteil an AdLink zu trennen. Dadurch erhalte United Internet einen Mittelzufluss von 35,5 Millionen Euro, der zu einem außerordentlichen Ertrag von 25,7 Millionen Euro führe. Ein Börsianer sagte: "Die AdLink-Anleger spekulieren jetzt auf das von United angekündigte Übernahmeangebot für den Rest der Aktien."

Auch Paragon-Papiere gehörten zu den großen Gewinnern. Sie stiegen um mehr als elf Prozent auf 4,40 Euro, nachdem der Sensor-Hersteller mitteilte, sein Umsatzziel für 2001 voraussichtlich zu erreichen und auch im laufenden Jahr den Umsatz kräftig zu steigern. 2001 habe sich der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf rund 32 Millionen Euro von 20,6 Millionen Euro im Vorjahr erhöht. Für 2002 rechne Paragon mit einem Umsatz-Wachstum von deutlich über 40 Prozent.

T-Online gaben am späten Nachmittag 1,6 Prozent auf 12,65 Euro nach. Zuvor war die Aktie nach einem größeren Kaufauftrag zeitweise auf 13,00 Euro gestiegen. "Das kann im elektronischen Handel schon mal passieren, dass sich einer vertippt und 30.000 Stück kauft", sagte ein Händler. Über 12,90 Euro sei die Abgabebereitschaft bei diesem Titel sehr hoch.

Comroad-Anteile verteuerten sich um mehr als sechs Prozent auf 7,60 Euro. "Das ist eine technische Erholung auf die Kursverluste vom Vortag", sagte ein Händler. Am Donnerstag hatten die Papiere des Telematik-Spezialisten wegen eines Magazin-Berichts unter Druck gestanden und zeitweise mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Eine Klage belastete den Aktienkurs der Mühl Product & Service AG. Wie die Gesellschaft am Vortag nach Börsenschluss mitteilte, handelt es sich bei der anhängigen Klage um den Streit wegen einer Kaufpreis-Forderung, deren Höhe und Fälligkeit strittig sei. Die mögliche Ergebnisbelastung gab der Baustoffhändler mit 3,5 Millionen Euro an. Die Aktie verlor im elektronischen Handel mehr als vier Prozent auf 4,60 Euro.

Größter Nemax-Verlierer war am späten Nachmittag die Aktie von eJay. Um rund 20 Prozent stürzten die Anteilsscheine von eJay zeitweise, bevor sie sich wieder leicht auf 0,16 Euro erholten (minus 15 Prozent). Bei dem finanziell angeschlagenen Musiksoftware-Anbieter ist am Freitag vom Amtsgericht Stuttgart das Insolvenz-Verfahren über das Vermögen eröffnet worden. Die Geschäfte sollen indes weiter laufen. Nach einen Beschluss der Deutschen Börse werde eJay zum 8. Februar vom Neuen Markt ausgeschlossen.

Quelle: DMEuro.com

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