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22.05.2000

16:58 Uhr

rv DÜSSELDORF. Der Warenhauskonzern Karstadt Quelle hat die Weichen für seine Zukunft im Internet gestellt. Um die vielfältigen Aktivitäten im Electronic Business zu bündeln und eine organisatorische Einheit zu bilden, hat die Karstadt Quelle AG in Essen eine eigene Gesellschaft mit dem Namen Karstadt Quelle New Media AG gegründet. Firmensitze werden Essen und München sein.



Den Vorstand bilden Mirko Meyer-Schönherr (Vorsitzender), der zugleich Vorstand beim Versender Quelle in Fürth ist, sowie Christian Seifert, der am 1. April 2000 in den Karstadt-Quelle-Konzern gewechselt ist und zuvor Marketingdirektor der MTV Networks GmbH in München war. Zwar wurde bei der neuen Karstadt-Quelle-Tochter eine börsenfähige Rechtsform gewählt, doch ist ein Börsengang noch Zukunftsmusik, wie zu hören ist.



Seit Mitte der 90er Jahre hat das Unternehmen - wie viele Mitbewerber des Handels auch - mit dem Verkauf via Internet (Electronic Commerce) begonnen und seine Erfahrungen gesammelt. Noch könne eigentlich niemand genau einschätzen, wohin die Reise gehen werde, urteilt ein Branchenkenner über das Thema E-Commerce (Internet-Handel mit dem Endverbraucher) im allgemeinen. Die erforderlichen Investitionen seien hoch, aber wie groß das künftige Umsatzvolumen ausfallen würde, sei aus heutiger Sicht offen. Die Schätzungen gehen von 5 bis 10 % des Einzelhandelsumsatzes (722 Mrd. DM) aus.



Bei Karstadt Quelle dürfte es mittelfristig betrachtet aber um mehr gehen als das reine E-Commerce-Geschäft. Europas größter Warenhauskonzern - und seit der Fusion mit der Fürther Quelle-Gruppe im Herbst 1999 - auch größter deutscher Versender, bringt einen wesentlichen Vorteil mit ins Internet-Geschäft: die Logistik.



Der Versandvertrieb ist nötig, um den Internet-Handel vom Start weg bewerkstelligen zu können. Gerade bei der Bewältigung der Logistik geraten viele E-Commerce-Einzelhändler in Engpässe. Karstadt Quelle könnte - mittelfristig betrachtet - logistische Aufgaben für andere Einzelhändler übernehmen und so ins wachstumsträchtigere Business-to-Business-Geschäft vordringen.



In der ersten Stufe soll die Internet-Tochter die Entwicklung bzw. den Relaunch der konzerneigenen Internet-Plattformen steuern. Im einzelnen wird das virtuelle Warenhaus "my world" erneuert und unter der Marke "karstadt.de" fortgeführt. Über die Entwicklung der Internet-Plattform "karstadtsport.de" soll auch der Online-Vertrieb von Sportartikeln forciert werden. Zudem will der Tonträger-Anbieter World of Music (WOM) eine Internet-Plattform aufbauen.



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