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13.01.2003

12:39 Uhr

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E-Business on demand

Die IT-Industrie steht in der Pflicht. Wir müssen dafür sorgen, dass Informationstechnologie so einfach zu beziehen ist wie Strom aus der Steckdose, fordert IBM-Manager Erwin Staudt (Foto).

Unsere wichtigste Herausforderung dabei: wir müssen sehr schnell beweisen, dass das auch funktioniert, denn zugegebenermaßen wurden in der Vergangenheit von der Branche zu oft Versprechungen gemacht, die kaum eingehalten wurden. Aber wir wollen und werden das schaffen. Die gesamte IT-Industrie verspürt eine zunehmende Nachfrage nach "ready made"- Serviceleistungen, bei denen sich der Kunde nicht mehr mit der Beschaffung von einzelnen Komponenten, etwa einem Server, einer bestimmten Software oder einer komplexen Infrastruktur beschäftigen muss. Die gesamte Branche arbeitet daran, denn der Markt ist nicht mehr länger bereit, in langwierige und aufwändige IT-Projekte zu investieren.

Grundlagen sind gelegt

Die Bedingungen dafür wurden weitgehend geschaffen. Die ersten beiden Phasen - die Zugangsphase mit der Erstellung von unternehmenseigenen Websites und der Inanspruchnahme von E-Mail-Funktionalitäten - sind bereits sehr weit fortgeschritten: Heute befinden sich ca. 75 Prozent aller Unternehmen in den G7-Ländern in der ersten Phase des e-business. Mehr als ein Viertel aller Großunternehmen (1000 Mitarbeiter oder mehr) und über die Hälfte der weltweit größten Unternehmen sind mittlerweile dabei, den Übergang zur zweiten e-business Phase zu vollziehen. Sie implementieren nahtlos integrierbare End-to-End-Geschäftsprozesse, die ein ganz neues Spektrum an Interaktionen mit bestehenden und neuen Kundengruppen erlauben.

Nun erwarten die Kunden den nächsten großen "Wurf": den Eintritt in eine "bedarfsorientierte" Phase. Das heißt nichts anderes, als dass Produkte und Services ganz nach Bedarf abgerufen und ohne Zeitverzögerung eingesetzt werden können. Diese neuen Möglichkeiten werden - und dies ist vielleicht der wettbewerbskritischste Punkt und das überzeugendste Argument überhaupt - ganz entscheidend dazu beitragen, die Geschäftsprozesse neu zu strukturieren, "Business Transformation" lautet das Zauberwort dieser lupenreinen B2B-(R)evolution. Technologien sollen Unternehmen bei der durchgängigen Integration von Geschäftsprozessen - unternehmensweit und entlang der Wertschöpfungskette mit ihren wichtigen Partnern, Lieferanten und Kunden - nach besten Kräften unterstützen.

Voraussetzung: Integration der Geschäftsprozesse

Das neue "on demand"-Unternehmen erfordert also eine vollständige Integration aller Geschäftsprozesse, intern wie extern. Betroffen davon sind praktisch alle Unternehmensprozesse, die heute unter den Schlagworten "Enterprise Resource Planning" (ERP), "Supply Chain Management" (SCM) oder "Customer Relationship Management" (SRM) die Unternehmensabläufe beschreiben. E-business on demand wird in diesem Kontext entscheidende Verbesserungen für unsere Kunden und die Kunden unserer Kunden bringen, dazu gehören unter anderem:

1. Steigerung der Reaktionsfähigkeit: Unternehmen erkennen Veränderungen im geschäftlichen Umfeld und können dynamisch darauf reagieren. Hierzu gehören beispielsweise unvorhersehbare Schwankungen bei Angebot und Nachfrage, neue Anforderungen von Seiten der Kunden, Partner, Lieferanten und Mitarbeiter oder unerwartete Schritte der Konkurrenz.

2. Höhere Variabilität: Durch eine flexiblere Anpassung von Geschäftsprozessen und Kostenstrukturen können Risiken reduziert und die Leistung in Bezug auf Produktivität, Kostenkontrolle und Kapitaleffizienz deutlich verbessert werden.

3. Hochverfügbarkeit und Elastizität: Globale, integrierte Unternehmen sind heute 24 Stunden am Tag "in Betrieb": Dies erfordert Prozesse, die stabil und robust arbeiten und entsprechend ausgelegt sind. Potenzielle Veränderungen und Risiken, wie unerwartete Nachfrageschwankungen, Computerviren oder gar Naturkatastrophen dürfen dabei zu keinerlei Ausfällen oder Performance-Einbußen führen.

Ich bin mir bewußt: Die Anforderungen an e-business on demand sind zweifellos hoch - aber ich bin davon überzeugt, dass wir diese neue Etappe des e-business bewältigen und in geschäftliche Erfolge ummünzen werden.

(*) Erwin Staudt trat 1973 in die IBM Deutschland ein. Seine erste Aufgabe als Führungskraft übernahm er 1982 in Stuttgart. Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH wurde Erwin Staudt 1998. 2003 wechselt er in den Vorsitz des Aufsichtsrats der IBM Deutschland GmbH. Lesen Sie mehr über den IBM-Manager in seinem Portrait weiter ...

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