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06.06.2000

11:28 Uhr

EADS ist nun der weltweit drittgrößte Luftfahrtkonzern

Bundesregierung wird Bau des Airbus A3XX fördern

Wegen leerer Kassen wird der Bau des Super-Airbusses zwar unterstützt, jedoch mit geringeren Saatszuschüsse.

dpa BERLIN. Die Bundesregierung will den Bau des Super-Airbus A3XX mit über 500 Sitzen wie die Partnerländer angemessen unterstützen. Dies kündigte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zur Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Dienstag in Berlin-Schönefeld an.

Der parteilose Politikermachte aber deutlich, dass wegen leerer Staatskassen auch die Luft- und Raumfahrt mit geringeren Staatszuschüssen leben müsse.



Förderung der Luft- und Raumfahrt bleibe eine wichtige Aufgabe der Politik

Die Förderung der Luft- und Raumfahrt bleibe eine wichtige Aufgabe der Wirtschafts- und Technologiepolitik. "Die Industrie sollte jedoch akzeptieren, dass in Zeiten, in denen sie gut verdient, während gleichzeitig der Staat seinen Haushalt konsolidiert, die staatliche Begleitung auch in diesem Bereich grundsätzlich zurückgenommen werden muss", sagte Müller.



Alle gewährten Hilfen wurden zurückgezahlt

Er hob hervor, dass alle "in den 70er, 80er und 90er Jahren gewährten Airbus-Hilfen inzwischen vollständig und vorzeitig zurückgezahlt" worden seien.

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie bot der Politik zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben eine enge Zusammenarbeit an. Bei der Sicherung der wirtschaftlichen, technologischen und sicherheitspolitischen Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europa könne die Branche ein strategischer Partner sein, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Gustav Humbert. Ob die sich bietenden Chancen genutzt werden könnten, hänge entscheidend davon ab, ob Industrie und Politik die damit verbundenen Herausforderungen gemeinsam bewältigen könnten.

Die europäische Luft- und Raumfahrt wird sich nach der Gründung der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) zum weltweit drittgrößten Luftfahrtkonzern laut Müller nicht abschotten, sondern für transatlantische und globale Kooperationen offen sein. An einer "Festung Europa" seien weder Industrie noch Politik interessiert. Mit der EADS sei es leichter, die Airbus Industrie in ein einheitliches europäisches Unternehmen umzuwandeln. Für den Erfolg seien aber effiziente Strukturen notwendig. Mit der EADS hat laut Humbert die europäische Industrie "eine gleiche Augenhöhe zu den Unternehmen in den USA" erreicht.

Auf der größten deutschen Luftfahrtschau ILA zeigen rund 950 Aussteller aus 38 Ländern den Stand der internationalen Luft- und Raumfahrt. 316 Flugzeuge sind bis zum 12. Juni am Boden und in der Luft zu sehen. Das sind laut BDLI mehr Fluggeräte als auf jeder anderen Luftfahrtmesse.

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